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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Elastisches Glas.

härten aufgefunden, das er mit dem Namen Vulcanglas bezeichne, und wofürer seinerseits Patentgesuche eingereicht")-

Pieper's Patent-Anrechte für Herstellung des Vulcanglases wurden dannauch von dem Vereine deutscher Glasindustricllen sofort für den Preis von 75 000 Mk.erworben, eine Summe, der bei völliger Uebertragung der noch nicht erlangtenPatente, weitere 225 000 Mk. folgen sollten. Was diesen Ankauf betrifft, soscheint aus den weiteren bisherigen, umfangreichen aber inhaltsarmen Besprechungender Vulcanglasangelegenheit hervorzugehen, daß, als das Geschäft gemacht wurde,Pieper's Erfindung sich noch in ziemlich embryonalem Zustande befand, und daßdie gezahlte Summe ein, mit oder ohne Vorwissen der Betheiligten, für zu machendeExperimente ausgeworfenes Capital war. Zunächst wurde Pieper's Verfahren,um dessen Patentirung er in allen deutschen Staaten eingekommen, von P. Bar-thel in Frankfurt, Bastie's Agenten für Deutschland, für mit dem des letztge-nannten Erfinders für identisch erklärt, wobei sich Barthel auf eine ihm „vor-liegende amtliche Erklärung von Seiten einer deutschen Regierung" berief. DieEntgegnungen Pieper's auf diesen Angriff hinken, denn schon aus ihnen gehthervor, daß er nach einander verschiedene Patentgesuche eingereicht haben muß, vondenen dann eines, „das Verfahren, auf welches mir die deutschen Patente verliehensind", von dem Bastie's allerdings in der Ausführung des Härtens — ob nichtauch im Resultat? — insofern verschieden ist, als anstatt in tropfbarer, in dampf-förmiger Flüssigkeit gekühlt wird.

Unterdeß hat sich die Zahl der Erfinder noch vermehrt: R.Meusel zu Geiers-thal bei Wallendorfproducirte in Pantin bei Paris ein eigenes Härteverfahren, dasspäter in den Besitz Ad. Nceser's in Augsburg übergegangen ist; Ed. Huch inBraunschweig nahm ein englisches Patent auf eine neue Methode des Härtens undTemperas von Glas, und auch Pohl, der mehrerwähnte Director der gräfl.Schaffgott'schen Josephinenhütte, theilte mit, daß er sehr gelungene Versuche mitHerstellung von Hartglas — ob nach eigenem Verfahren ist indeß nicht gesagt —angestellt, so auch Hohlglas (eine Jagdflasche) gehärtet habe. Ueber die Art undWeise der Ausführung all dieser neuesten Methoden ist bisher noch Nichts in dieÖffentlichkeit gelangt.

De la Bastie's Verfahren ist ein Abschrecken des heißen Glases durch raschesEintauchen des wenigstens rothglühenden Materials in ein auf etwa 300" erhitztesBad, in dem dann auch die weitere Abkühlung langsam vor sich geht. Er bringt,nach seiner bereits oben angezogenen Beschreibung, das bis zu eintretendem Wieder-erweichen, bei kleinen, dünnen Gegenständen auch nur bis auf dunkele Rothgluthaufgewärmte Object rasch in ein, je nach der Zusammensetzung des Glases heißeres,oder weniger erhitztes Gemenge von Oel, Harz, Fett und bituminösen Stoffen,und läßt es hier allmälig erkalten. Ueber dem Boden der das Kühlbad umschlie-ßenden Wanne befindet sich, damit die in letztere fallenden Gegenstände nicht hartaufschlagen und hierdurch brechen, ein ausgespanntes Drahtnetz, oder eine SchichtSand. Kleine Objecte werden in Muffeln bis auf die erforderliche Temperaturangewärmt, für Scheiben ist in de la Bastie's Temperofen die Einrichtung der-

1) „Glashütte" 187S, Nr. 2.