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solle, deshalb, weil wir nicht an allen Orten die Baumaterialienhaben können, welche wir wünschen. Man muß vielmehr da, wo eseben Quadersteine, oder Basaltsteine, oder Bruchsteine, oder ge-brannte oder ungebrannte Ziegel gibt, sich dieser bedienen. Denn eskönnen nicht so, wie man in Babylon bei dem Ueberfluffe an flüssigemErdharz, anstatt des Kalkes und Sandes, daraus und aus gebrann-ten Ziegeln eine Mauer hat, in gleicher Weise alle Gegenden oderPlätze von verschiedenen Eigenthümlichkeiten so große Vortheile derArt besitzen, daß durch deren Anwendung eine Mauer sich in Ewigkeitvollkommen und unbeschädigt erhalte.
Sechstes Kapitel.
Vertheilung und Lage der Gebäude innerhalb der Stadt.
1. Nachdem der Mauerring gezogen ist, folgt innerhalb derMauer die Abtheilung der Bauplätze und die Anlage der Straßenund Gassen nach der Richtung der Himmelsgegenden. Sie erhaltenaber eine geeignete Richtung, wenn auf eine kluge Weise die Windevon den Gassen ausgeschlossen sein werden, da diese, wenn sie kaltsind, unangenehm berühren, wenn sie warm sind, krank machen, wennfeucht, schaben. Deshalb dürfte man diese Nachtheile zu vermeidensuchen und darauf denken zu müssen, daß nicht dasselbe geschehe, wasin vielen Städten dadurch vorzukommen pflegt, wie z. B. aus derInsel Lesbos die Stadt Mitylene prächtig und glänzend gebaut, abernicht mit Klugheit angelegt ist. Wenn in dieser Stadt Südwindweht, so kränkeln die Menschen, wenn der Nordwestwind so hustensie, wenn der Nordwind, genesen sie wieder, aber können in denStraßen und Gassen nicht verweilen ob der grimmigen Kälte.
2. Der Wind ist eine strömende Luftwelle mit unbestimmtüberfluthender Bewegung; er entsteht, wenn die Hitze auf die Feuch-tigkeit trifft und der Andrang der Erwärmung einen gewaltig wehen-den Hauch herauspreßt. Daß dieß aber wahr sei, kann man aus denehernen Aeolipylen (Lustgefäßen) ersehen, und hinsichtlich der ver-
*) CoruS, richtiger Nord-Weft-'/g-Nord, wovon weiter unten.