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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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gründ innerhalb ebnen und reinigen und aus Bruchsteinen vermittelsteines Mörtels, der aus einer Mischung besteht, wie sie oben beschrie-ben worden ist, dort ausmauern; und endlich den ganzen Raum inner-halb jener Kästen mit Mauerwerk ausfüllen. Dieß aber haben jenePlätze, welche oben beschrieben worden sind, schon als ein Geschenkder Natur.

Wenn aber wegen der Strömung oder wegen des Wogenan-drangs des offenen Meeres die Kästen von den Rammpfählen nichtzusammengehalten werden könnten, dann erbaue man unmittelbaram Lande oder (vielmehr) am Userrande möglichst fest einen Pfeiler-bau und von diesem Unterbau soll die Oberfläche nicht ganz zurHälfte wagrecht hergestellt werden, der übrige Theil, der dem Strandezunächst liegt, soll eine abwärts geneigte Oberfläche erhalten. 4. Dannbaue man aus diesem Unterbau an der Wasserseite und an den an-liegenden Seiten einen 1 hohen Rand in wagrecht gleicher Höhemit der oben beschriebenen wagrechten Oberfläche, fülle hieraus dieNeigung mit Sand aus und mache sie dem erhöhten Rande und derwagrechten Oberfläche des Unterbaues gleich. Hierauf erbaue mandort über dieser ausgeglichenen Fläche einen Pfeiler, so groß, als esdie Verhältnisse bestimmen, und wenn dieser aufgeführt ist, lasse manihn wenigstens 2 Monate stehen, damit er austrockne; dann aberbreche man den Rand, welcher den Sand hält, weg, so wird dasHinwegspülen des Sandes durch die Fluthen den Sturz des Pfeilersin das Meer bewirken. Aus diese Weise wird man, so oft es nöthigsein mag, weiter in das Wasser Hineinbauen können.

5. An den Orten aber, an welchen kein solcher Sand gefundenwird, wird man es in folgender Weise machen müssen: Man bringeDoppelkasten, mit zusammengefügten') Brettern und Holzbändernzusammengehalten, an der Stelle an, welche dazu ausersehen seinwird, und stampfe zwischen den Rammpfählen^) Thon in Körben,die aus Sumpfgras geflochten sind, ein. Wenn man nun gut undso dicht als möglich eingestampft hat, dann soll man den Raum,

1) Die Aenderung Lorenhen'S religsti« für relstis ist vorzüglich.

2) Man kann sich die Sache nur so denken, daß die Kreide in den Zwi-schenraum zwischen den beiden Palissaden der ineinandergestellten zwei Kästeneingestampft wird.