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aber diese Wohnungen stattliche Vorhallen und eigene entsprechendgeschmückte Eingangsthüren und Säulenumgänge in den Säulen-höfen, die mit Weißstuck, Verputz und Deckenfeldern aus Schnitzwerkverziert sind, und an den Säulengängen, welche gegen Norden gerich-tet sind, kyzikenische Speisesäle und Gemäldesäle; in der Richtungnach Osten aber Büchersäle, gegen Westen Sprechsäle, in der Rich-tung gegen Süden aber quadratische Säle, welche so groß sind, daßin jenen Speisesälen bei 4 Tafeln für Bedienung und Spiele nochgeräumiger Platz übrig sei.
L. In diesen Sälen werden die Männergelage abgehalten;denn es ist nach griechischer Sitte Satzung, daß die Frauen nichtmit zu Tische liegen. Diese Säulenhöfe aber werden Männerwoh-nungen (Andronitides) genannt, weil in diesen die Männer ohneDazwischenkamst der Frauen sich aufhalten. Außerdem werden zurRechten und Linken kleine Wohnungen angelegt, welche eigene Ein-gangsthüren, angemessene Speisezimmer und Schlafgemächer haben,um die ankommenden Gastfreunde nicht in den Säulenhöfen, sondernin den Gastwohnungen aufzunehmen. Denn da die Griechen mit fei-nerem Takt und größeren Glücksgütern ausgestattet waren, richteten sieden ankommenden Gastfreunden Speisezimmer, Schlafgemächer undVorrathskammern ein, und luden sie am ersten Tag zu Tische, schick-ten aber am folgenden Tage junge Hühner, Eier, Gemüse, Obst unddie übrigen Feldfrüchte. Deswegen haben auch die Maler das, wasden Gästen zugeschickt wird, es in Gemälden nachahmend, Kenia(Gastgaben) genannt. So schienen die Familienväter als Gäste nichtin der Fremde zu sein, indem sie in diesen Gastwohnungen abge-schlossene Freiheit hatten.
5. Zwischen den beiden Säulenhöfen aber sind Gänge, welcheMesauloi (Höseverbindung) heißen, weil sie zwischen den beiden Höfenin der Mitte angebracht sind; unsere Landsleute aber nennen sieAndrones. An dieser Bezeichnung aber ist etwas sehr wunderlich,nämlich daß sie aus griechisch und auf lateinisch nicht übereinstimmenkann. Denn die Griechen nennen Andrones die Säle, wo ihre Män-nergelage zu sein pflegen, weil dahin die Frauen keinen Zutritt haben.Auch mit Anderem verhält es sich ähnlich, wie mit dem Kystus, dem