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seine wissenschaftliche Bildung fortzusetzen und ward 1744daselbst in den Orden und in die Zahl der Kapitularen auf-genommen. Nach einem mehrere Jahre «»gedauerten Kurseder Philosophie/ der GotteSgelehrtheit und beider Rechte, aufwelche man sich in St. Gallen damals sehr eifrig verlegte,weil die Abtei Souveränitäts - und Ordinariatsrechte aus-übte, erhielt Beda 1749 die Weihe zum Priesteramte, lehrtedann als ein heiterer und fähiger Kopf einige Jahre lang imStifte die höher» Wissenschaften, bis er zur wichtigen Stelleeines Statthalters und Priors im Kloster Neu St. Johann,im obern Toggcnburg, an der Thür gelegen, befördert wurde.Hier gewann er sich durch schöne Kenntnisse, liberale undkluge Verwaltung, ganz besonders aber durch ein gefälligesund liebreiches Benehmen, die Achtung und Liebe seiner Mit-brüder sowohl, als der Anwohner beider Konfessionen in einemsolchen Grade, daß letztere ihn auf seiner Hinreise zur Abt-wahl 1767 laut als neuen Fürstabten begrüßten.
Weder seine erste häusliche Erziehung, noch fernere Bil-dung in St. Gallen, konnten den vortrefflichen Charakter .ihmgeben, den er durch sein ganzes segensvolleS Leben hindurchbewies. Ein gewisser Edelsinn und ein thcilnchmendeS sehrgefühlvolles Herz waren die Quellen der schönen, unvergeß-lichen Handlungen, durch die er hernach Vater seines Volkeswurde.
Heiter und offen war sein Blick, ohne Wolken die Stirneund weit entfernt von List oder Trug sein Herz. Als Menschkannte Beda die seligen Gefühle von Freundschaft und Wohl-thätigkeit und süß waren ihm die Augenblicke, in denen erZähren trocknen und Leiden trösten konnte. Sein Antlitz, ganzder Spiegel des Innern, flößte Jedermann Zutrauen ein. Inder Gesellschaft liebte er Frohsinn und muntere Laune; offe-nes, argloses Wesen blieb ein Hauptzug seines Charakters,bis die innern Zwistigkeiten im Stifte von 1785 bis Ende1788 ihn mißstimmten, von welcher Zeit an er sein Vertraueneinigen Konventualen entzog, sich aber nur desto inniger an