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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
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Erster Abschnitt.

Leda, Fürstabt ;u St. Gatten; seine Gekonomie-verivattung.

1. Bedas Charakter.

^!ttter mancherlei und oft sehr traurigen Schicksalen deS altenund einst so berühmten Stiftes St. Gallen war die Zahl seinerAebte vom Jahre nach Christus 614/ oder wie Andere wollen6 Z 0 , mit Cöleftin ll. auf 66 gestiegen. Da dieser sowohl inder Schweiz als im AuSlande hochgefeierte/ um sein Stiftaber gar sehr verdiente Mann den 24. Hornung 1767 gestor-ben/ ward bald hernach/ am ii. März/ Beda Ungehru zuder damals in politischer und kirchlicher Hinsicht sehr ansehn-lichen Würde eines FürstabteS zum allgemeinen Jubel deSStiftes und der demselben angehörenden Landschaften erhoben.

Beda hatte den 7. Dezember 1725 zu Hagenwil/ einemDorfe/ das zum Stift St. Gallischen Schlosse') und Herr-schaft gleichen Namens gehörte/ das Licht der Welt erblickt.Sein Vater/ ein angesehener Wundarzt aus dem in dasigerGegend sehr zahlreichen Geschlechte der Angehrn/ schickte denKnaben nach Konstanz, um ihn die Anfangsgründe der latei-nischen Sprache bei den Jesuiten, deren Freund und Ver-ehrer Beda sein ganzes Leben hindurch geblieben ist, erlernenzu lassen. Als Jüngling trat er in das Stift St. Gallen, um

i) Liegt an der Grenze des Kantons St. Gallen und hatte frühereigene Herren im Thurgau.

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