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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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Diese Thaten des fränkischen Heeres gaben dem schwan-kenden Waffenglücke der sogenannten großen Republik inHolland und Italien einen neuen Schwung , der Sieg folgteihren Fahnen wieder.

Sechster Abschnitt.

Üon der iviederüesihncchme des Ltiktes -6t. Gallendurch die helvet. Regierung, bis ;ur Äukhebungdes -6t. Gallischen Ordinariates.

63. Die Franken wieder zu St. Gallen; KommissärW egmann.

Den 7 . Oktober zog eine Abtheilung des fränkischenHeeres zum dritten Male in St. Gallen ein; die Kolonnewar an Anzahl der Mannschaft und Verschiedenheit derWaffengattungen weit beträchtlicher, als je eine der frühern.Ungefähr 12 bis 1600 Krieger schlugen rechts und linksauf den Anhöhen der Stadt ihren Bivouak auf; die Wacht-feuer gewährten einen malerisch-schönen Anblick, nur Schade,daß die Anwohner Besuche aus diesen Lagern erhielten, dieihnen nicht erfreulich sein konnten. Ueberhaupt hörte mannun aus mehrern Distrikten häufige Klagen über daS Be-tragen des fränkischen Militärs. Der Stadt St. Gallenwurde ein Anleihen von 200,000 Livres auferlegt, und derKanton harre beinahe unerschwingliche Requisitionen zuleisten.

Noch lag eine bedeutende Macht von Oesterreichern jen-seits des Rheines; es war ihr jedoch keineswegs um einenneuen Einfall in die Schweiz zu thun; nur gefiel sie sichbisweilen in kleinen Neckereien gegen die Franken und Wil-liams spielte neuerdings seine Harlcquinaden auf dem