Buch 
Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
Seite
59
JPEG-Download
 

59

solche Opfer zulegen, wodurch Ruhe und gesetzliche Ordnungerziele würden.

Die Nothwendigkeit eines solchen Benehmens sah jetztdas Kapitel selbst ein; cS wollte das ihm drohende Ungewitterbeschwören und drang in seinen Fürstabten, ein sogenanntesUltimatum herauszugeben, das kategorisch die Punkte ent-hielte , über welche steh das Stift mit dem Volke gütlich ein-verstehen wollte, sammt der strengen Aufforderung, daß dieAusschüsse auSeinandergehen sollten.

Beda that diesen Schritt, jedoch ohne Erfolg. Es wur-den eigenmächtige GemeindSversammlungen im Lande gehal-ten, die Ausschüsse in ihrem Wirkungskreise bestätigt, unddie Abhaltung einer Landsgemeinde beschlossen.

Nun war es hohe Zeit, durch gütliche Annäherung gegendas Volk noch etwas von den Rechten des Stiftes zu retten.Beda, der in so vielen Rücksichten sich den Namen eines Vatersdes Volkes verdient harte, erwarb sich solchen nun auch alsFriedensstifter, und setzte sich ein neues Denkmal der allge-meinen Dankbarkeit in den Herzen seiner Unterthanen. Erbrachte den 28. Oktober in Beisein des Dekans Schießund seines GchcimschreiberS P. Deikola Custor mit denAusschüssen den sogenannten gütlichen Vertrag zu Stande,der theils als eine Erläuterung der ehemaligen politischenVerhältnisse, theils als neues Fundamentalgesetz angesehenwerden mußteH.

G. Vrandenberg jammert, daß der Fürstabt Beda esunternahm, nur mitZuzug des Dekans und des P. Deikola am 28. Okt.

1796 das ganze Geschäft mit den LandcSausschüsscn abzuthun über St. Gallens Schicksal eigenmächtig zu schlichten und mitAufopferung vieler und wichtiger Rechte ein.n schmählichen Frie-,, den zu erkaufen. Der heutige Tag beginnt er wird in den Jahrbüchern unsers Stifts dereinst merkwürdig und zum Schmer-len unvergeßlich werden." Er glaubt, man hätte mit männli-cher Gtandhaltigkcit mehr, als mit Nachgeben, das nachseiner Ansicht nur Schwäche verrieth, ausgerichtet; aber das Jahr

1797 har unter Fürstabt Pankraz das Gegentheil bewiesen.Zuletzt beruft er sich auf den Ausspruch der Geschichte dieses