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die Anarchie mit allen ihren verwünschten Folgen loszubrechen/als ein von der Regierung unterm L. Dezember 1796 erlas,sener Aufruf jenem schadenfrohen Gerüchte feierlich wider-sprach und die Ruhe einstweilen wieder herstellte; doch immer-hin loderte eine Glut voll geheimer Gährung unter der Asche').
Der gütliche Vertrag bedurfte allerdings in manchemwesentlichen Punkte einer Erläuterung. Der Fürstabt ver-sprach diese als Landesvater zur Zufriedenheit des Volkesselbst geben zu wollen und die wechselseitigen Verhältnissezwischen Stift und Land nach den wahren Interessen beiderauf eine deutlich bestimmte Bafiö hin zu fixiren. Alleinman traute Pankrazen nicht; selbst der für das Stiftgutgesinnte Theil des Volkes schöpfte Verdacht gegen einsei"tige Erläuterungen eines Vertrages / den er als das letzteVermächtniß vom unvergeßlichen Beda liebgewonnen hatteund daher für heilig und unverletzlich ansah.
So waren die Gemüther gestimmt/ alS Pankraz nochim Dezember 1796 den Wanderftab ergriff/ um den Erzhcrzo-gen Karl von Oestreich in dem Heerlager zu Offenburg zu be-suchen. Die damalige Getreidesperre von Seite Deutschlandsgegen die Schweiz war Ursache/ und die Erhaltung einesbeträchtlichen Quantums Korn für die St. Gallische Land-schaft/ Zweck dieser Reise. Wirklich hatte er daö Glück/ daßihm eine ansehnliche Portion Früchte verabfolget wurde.Dieser wahrhaft väterliche Schritt hätte ihm mit Recht-die Liebe seines Volkes erwerben sollen; allein man legteihm geheime politische Zwecke unter und äußerte sich hiesind da im Lande naiv genug: man wolle — „ kein Brod vom»Prinzen Karl/ sondern vom himmlischen Vater."
Was dem Argwohne einigen Schein gab/ war/ daßder Abt auf seiner Reise Zürich/ Luzern und Bern besucht
') »Im Pfarrdorfe Niederweil öffnete man den Knopf (die»Kapsel) des jüngst errichteten KirchthurmcS/ um nachzusehen/ ob«nichts NachtheiligeSgegen dieHarten darin niedergelegt worden»wäre. Tageb. P.G. Br. I- Th. S.24i.