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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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46. Die helvetische Regierung legt Sequester auf

das Eigenthum des Stiftes St. Gallen; K-riegS«

kontribution.

Gleich deS andern TagcS nach Ankunft der fränki-schcn Truppen zu St. Galle»/ erschien im Stifte GalluSSchlumpf mit einer Verordnung deö helvetischen Voll-zichungödirektoriumS, kraft welcher alles bewegliche und un-bewegliche Eigenthum deS Stiftes in Sequester genommenwurde. Der Regierungskommissär Er lach er, von Basel,ein feuriger Republikaner und ein roher, heftiger Mann, voll-zog diesen Beschluß und schritt sogleich zur Untersuchung deSAktiv- und Passtv-Zustandes, der Urbare und RcchnungS-bücher; allein diese letzter» waren nicht vorhanden, und derBürger Kommissär schimpfte darüber in den pöbelhaftestenAusdrücken, welche ihm, alö einem Küfer- (Kübler-) Meister,sehr geläufig waren.

Die in St. Gallen zurückgebliebenen Kapitularen hat-ten nach der Abreise deS Abtcö der Schulden wegen ofteinen harten Stand. ES erschienen die zahlreichen Kre-ditoren einer nach dem andern, Bezahlung oder Verschrei-bung gewisser Grundstücke verlangend. Man zog sich meistensdurch letzteres Mittel aus der Klemme. So wurde die Hälfteder Besitzungen deS Klosters Mariaberg zu Noschach ver-pfändet. Den Statthaltern zu Wyl und Neu St. Jo-hann im Toggenburg wurde, weil man vorhersah, daß durchAnnahme der helvetischen Konstitution alles Eigenthum derKlöster als Nationalgut würde erklärt werden, die Vollmachtertheilt, Gelder aufliegende Güter aufzunehmen, so daßdas Gut dem Kreditor zur Hypothek, und der abfallendeNutzen statt deS Zinses dienen solle. Aber auch die Kostbar-keiten deö Stiftes, das Silbcrgeräthe und waS von Meublcnnur immer einigen Werth hatte, vorzüglich die berühmteHandschriftensammlung und die besten Werke der Bibliotheku. dgl. m. befanden sich jenseits deS Rheines in Sicher-