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Die Schweizer zeigten eine besondere Neugierde in Rück-sicht der Gesinnungen dieses Militärs auf die Religion und denäußern Kultus; denn man hatte dasselbe in ganz Europa als einHeer von Atheisten verschrieen. Unter den ZivilgewalthabcrnFrankreichs und manchen Gelehrten und Gecken war Philan-tropie Mode; bei den Armeen herrschte größtentheils Natura-lismus und Deismus. Die neurepublikanischen Waffenbruderwußten von keiner Kirchenparade mehr; sehr selten wohntenOffiziere dem öffentlichen Kultus der schweizerischen Konfessio-nen bei/ desto häufiger aber Gemeine als ruhige Zuschauer.Im Ganzen schienen sich diese mehr zum Katholizismus hinzu-neigen/ welches jedoch nicht sowohl von Grundsätzen/ als vonder Erziehung und früherer Gewohnheit herrührte.
55. Einnahme von Graubünden; fränkisches Haupt-quartier im Stifte St. Gallen.
DaS fränkische Direktorium ließ bei Anfang deS MonatSMärz (1799) den Oberbefehlshaber der österreichischenTruppen in Graubünden, Gen. Hotze/ auffordern/ jenesLand als einen Theil der helvetischen Republik zu räumen; cSwurde abgeschlagen. Schon den 6. des nämlichen MonatS be-gannen von fränkischer Seite die Feindseligkeiten; Massenaerstürmte den wichtigen Paß bei St. Luziensteig; auf demlinken Flügel schlug Gen. Oudinot den Feldmarschall-Licut.Hotze selbst und am 7. war das fränkische Hauptquartier schonin Chur/ vor dessen Thoren sich der Gen. Major Aussenb ergnach tapferer Gegenwehr mit seinem Corps ergeben mußte. I»wenigen Tagen war ganz Rhätien eine Eroberung der Fran-ken/ die es als einen Kanton von Hclvetien-erklärten unddie neue Konstitution auch daselbst einführten.
Aber bald änderte sich das Kriegsglück. Der ErzherzogKarl drängte noch gegen das Ende deS mehr benannten Märzesden fränkischen Gen. Iourd an, nach einer starken ihm bei-gebrachten Niederlage/ aus Schwaben nach dem Schwarz-walde zurück und die österreichische Armee näherte sich mit