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den ist es an das Schnlhaus und die Kirche angeschlagenworden. Aber morgen halb 6 Uhr ist das am SchulhauS durchden D. und Schlosser verwischen worden/ das andere an derKirche etwas später durch den Weibel weggethan worden.Hat nichts zu sagen/ eS erfahrtS die ganze Schweiz/ nichtnur daS St.Gallische/ weil noch genug sind/ die eS einan-der bieten wie die Schuhe.
Die Soldaten/ die jetzt die Wache im Kloster halten,sind recht braf. Wenn schon Städtler darunter sind/ so ver-langen sie am Fasttag doch kein Fleisch *) und sind mit allemzufrieden/ auch nicht scharf mit passiren lassen. Meine Examenwerde ich mit der Zeit mündlich erzählen. Der letzte Brief vomSamstag würde sehr erfreuen/ wenn er wahr wäre; ich dachte,er ist halt/ er ist vom Br. Mang. Die übrige Brief hat HrS.am Morgen frühe durch die Stofflerin erhalten. Ich endemit unterthäniger Empfehlung an meine Herren/ wie auch anP. Großkeller, saget ihm/ diese Woche habe Las Teufcl-holen wollen angehen. A. L. M.
36 . Brief Hrn. S. an N. N. vom 27. Juni i7S8.
Das Verhör in St. Gallen.
Gestern ward ich vom Nachtessen durch Hr. PräsidentKüenzle wegberufen. Er zeigte mir an/ daß Militär vordas Stift kommen werde/ und die strengste Inquisition überdie Publikation des Proklamaö werde gehalten.
Ich fragte/ wann es kommen würde? Antw. Er wisseeS selbst nicht recht gewiß/ vielleicht heut Abend noch —(v!L. er bestimmte eö präzise auf 7 Uhr Abends/ wie ich sicher
geschickt. Dafür erhielt er natürlich schlechten Dank und ward ineinem nach Mehrerau bestimmten Briefe/ der so anfangt: „ i"„Wyl wird eine HundSfuderei über die andere ge>„spielt" — ein Grillenfänger/ Projektmacher/ ein engherziger/niederträchtiger/ übermüthiger Mann geheißen. View- 8sng»ü-S. 2l4, 2IL.
') Eine frühere Wache / von Wick aus Niederbüren kom-mandirt/ hatte am Freitag und Samstag Fleisch zu essen verlangt/wa» damals im Stifte St. Gallen eine noch unerhörte Sache war.Ebend. S. 13.