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Zweiter Band.
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Dichterleben

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der schönsten, purpurseidenen Steppdecke kamen meineEltern, und wir machten nun'noch mit Mörike und seinerSchwester einenSpaziergang. Da hättest Du Mörike und meinenAlten Arm in Arm die Stadt beschauen sehen sollen, beideden Hut im Nacken und in der besten Laune. Mitunter ließMörike los und faßte mich unter den Arm:Aber.en pu88unt,Sie habe recht liebe Eltern." Dann wandte er sich, als wirvor der Schillerstatue standen, vom Alten zu mir und erklärte:Der Alte sieht aus wie ein Schweizer:" Dieser nahm dasKompliment nicht an und erklärte:Ach wat, ik bün manen Westermöhlener Buerjung." Halberwege verstanden siesich nicht wegen des gegenseitigen Dialekts, doch kamen siefürtrefflich miteinander aus.

Als wir ein Stündchen gegangen waren, sagte Mörikewieder:Ihre Frau Mutter hat so was Klares, Leuchtendes-Liebe Erweckendes. I komm aus mei Freud und mei Staunegar nit heraus. Sie habe wirklich prächtige Eltern."...

Denselben Abend fuhren wir nach Heilbronn. Ich wolltenoch auf Mörikes dringende Zurede Keiner in dem einehalbe Stunde entfernten Weinsberg aufsuchenSie seheihn zum letzte Mal!", aber wir kamen gar zu spät dortan. Anderen Morgens fuhren wir den Neckar hinab..."

1S4. Goethes Mutter an ihren Sohn.

den 23ten Dezember 1793.

Lieber Sohn! Alles was ich dir zu Gefallen tun kann,geschieht gern und macht mir selbst Freude. Aber eine solcheinfame Mordmaschine (eine kleine Guillotine als Spielzeug)zu kaufen das tue ich um keinen Preis. Wäre ich Obrig-keit, die Verfertige! hätten an Halseisen gemußt, und dieMaschine hätte ich durch den Schinder öffentlich verbrennenlassen. Was! die Jugend mit so etwas Abscheulichem spielenzu lassen, ihnen Mord und Blutvergießen als einen Zeit-vertreib in die Hände geben! Nein, da wird nichts draus.Hierbei kommt ein Stück von unserm Anzeigblättchen, da seheund sei stolz, daß du ein Frankfurter Bürger bist. Wöchentlichsind schon 3000 fl. beisammen, die jede Woche bis zum erstenMärz vor Lebensmittel vor unsere Brüder, die bravenDeutschen, bestimmt sind. Das heiße ich doch deutsches Blut inden Adern haben. Unsere Kaufmannssöhne aus den erstenHäusern tragen alle Uniformen und sind mit dem geringsten