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Dar letzte Jahrzehnt Friedrich Barbaroffas.
deutschen Herrscher gegenüber vereinsamt. Sie begriffen diese Lage umso mehr, als Friedrich unter dem Adel Oberitaliens mit Erfolg schon wiederBundesgenossen zu werben begann; ihre Friedensbereitschaft wuchs von Tagzu Tag. So kam es seit Ende 1182 zu Verhandlungen; ihnen folgte am26. Juni 1183 der formelle und endgültige Friede auf einem Reichstagzu Konstanz.
Der Friede bedeutete einen Sieg Friedrichs insoweit, als es ihm ge-lang, in der Lombardei oberherrliche Rechte in einem Umfang festzuhalten,wie es nach dem Unglück von Legnano kaum noch zu erwarten stand; erbedeutete den Triumph der Lombarden insofern, als Friedrich auf die Ein-ordnung der Städte in den alten Feudalstaat, auf das Ideal eines lom-bardisch-staufischen Einheitsstaates verzichtete. Die Städte wurden alsselbständige, wenn auch vom Reiche noch in gewissem Sinne abhängigeStadtwesen anerkannt, deren gemeinsamer Bund bestehen blieb: innerhalbdes Feudalverbandes bildeten sie mit ihren Weichbildern gleichsam einge-streute Inseln geldwirtschaftlichen, reichsstädtischen Charakters. Für ihreinnere Entwickelung wurde jede Stadt nahezu autonom hingestellt dadurch,daß ihr die Gerichtsbarkeit und die Regalien in dem bisher für sie nachweis-baren Umfang dauernd zufielen: zudem war jede Stadt berechtigt, die etwaüberschießenden, noch kaiserlichen Gerechtsame durch Zahlung von jährlich2000 Mark (über 600 000 Mark unseres Geldes) tatsächlich in ihre Händezu bringen. Über das städtische Weichbild hinaus aber war ein Zusammen-hang mit dem Reiche nur noch gesichert durch den Treueid aller erwachsenenBürger, durch die Reichslasten der allgemeinen Brücken- und Wegeerhaltung,der Stellung von Markt und Fourage beim Durchmarsch kaiserlicher Heeresowie der sogenannten freiwilligen Geschenke, und ferner durch die Ver-pflichtung zur Präsentation der jährlich wechselnden Magistrate zu kaiser-licher Bestätigung und durch den rechtlichen Instanzenweg aus den Stadt-gerichten in die höheren kaiserlichen Gerichte.
Es ist eine Verfassung, unter der das städtische Leben der Lombardeimachtvoll und frei emporgeblüht ist, ohne daß doch der Kaiser seines erstenZieles, der Gewinnung erhöhter Einnahmen, verlustig ging; darum habensich Städte und Kaiser freudig in ihr Kompromiß gefunden, und Mailand,ehedem die hart geknechtete Trägerin des kaiserlichen Grimms, erwuchsnun bald zu den Lieblingen des Herrschers; gern und lange weilte Friedrichvon jetzt ab in den Mauern der neu erblühenden Stadt.
In Deutschland aber feierte der Kaiser die neue Ordnung der Herrschaftüber die Lombardei wie über sein Heimatland in dem glänzenden Fest derSchwertleite seiner ältesten Söhne Heinrich und Friedrich, das in denPfingsttagen des Jahres 1184 angeblich 20 000 Ritter am gesegneten