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Quellenbuch zur Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts für höhere Lehranstalten / von Friedrich Neubauer
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Die Gründung des deutschen Ordensstuates. (Von Heinrich von Trcitschke,)

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Die Gründung des deutschen Hrdensskaates.

Von Heinrich von Treitschke.

(Aus dem AufsatzDas deutsche Ordensland Preußen" in denHistorischen und politischen Aufsüßen",Band 2, k. Allst., Leipzig, S. Hirzel, 1907.)

Der helle Tag des alten deutschen Rittertums ging zur Rüste. Nocheinmal, glänzender denn je zuvor, war die Blüte des adligen Deutschlands,an vierzigtausend Ritter, um ihren Helden versammelt, als der alte KaiserRotbart auf dem Reichshoftage zu Mainz seinen Söhnenden ehrenreichenSchlag schlug" und selber noch mit der Lanze im adligen Spiele sichtummelte (1184). Drei Jahre noch so nahe berühren sich Glanz undFäulnis auf diesem steilen Gipfel altritterlicher Zeit und der ritter-freundliche Kaiser legte dem deutschen Adel selber die Axt an die Wurzel,gab ihm das selbstmörderische Recht der Fehde. Nach abermals dreiJahren hatte der ruhmreichste Vertreter deutscher Ritterherrlichkeit imMorgenlande sein Grab gefunden. In diesen verhängnisvollen Tagen,auf demselben Kreuzzuge, der dem Kaiser den Tod gab, entstand der deutscheOrden von Sankt Marien, ein nachgeborenes Kind des älteren deutschenRittertums. Als die Lateiner die Feste Akkon belagerten, erbarmten sichreiche Kaufleute aus Lübeck und Bremen der siechen Landsleute und nahmensie auf in ihre Segelzelte. Deutsche Ritter boten den Verwundeten frommePflege, wie der Welsche sie längst schon bei seinen Templern und Johan-nitern fand. Nach der Eroberung der Stadt ward die ritterliche Brüder-schaft für die Dauer gestiftet, vereinigte mit sich ein älteres Hospital derDeutschen zu Jerusalem und gründete in Akkon ihren Hauptsitz (1190bis 1191). So standen bedeutsam deutsche Bürger an der Wiege desRitterordens in Zeiten, da bereits adliger Übermut dem Bürger das Rechtder Waffen zu bestreiten versuchte; und solange seine Größe währte,hatte der Orden alltäglich für seine frommen Mitstifter von Lübeck undBremen gebetet. Wie unser Volk während der Kreuzzüge in dem großenIdeenaustausche der lateinischen Christenheit immer mehr empfing als gab,so ward auch der Orden nach dem Vorbilde der Welschen gestiftet. Seinekriegerische Ordnung entlehnte er den Templern, die Regeln für Siechen-pflege und geistliche Zucht den Johannitern. Aber während die Templerbald in sittlicher Entartung verkamen, die Johanniter als Markmannender Lateiner wider die Türken ein unsicheres Dasein führten, sollte derdeutsche Orden beide überflügeln. Später gegründet, blieb er eine langeZeit hindurch reiner als beide von der sittlichen Fäulnis des Orients.Von Anbeginn nahm er, mit schrofferem Nationalstolze als jene, nur