Königin Luise in Tilsit. Mon Paul Bailleu.)
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in die Fluchtpläne des Kronprinzen eingeweiht gewesen war und dannin holländischen Diensten es zum General gebracht hatte. Auch hier gabes zwischen den Empfängen und Festlichkeiten allerorten ernste und an-strengende Arbeit; auch hier sahen sich die Beamten mit jener in meckinsras führenden Frage: „habt Ihr Crayon?" begrüßt; Berichte, Listen undAnträge wurden eingefordert und alsbald, noch an Ort und Stelle, genaugeprüft und mit eingehenden Bescheiden versehen.
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Königin Luise in Hilstl.
Von Paul Bailleu.
(Aus „Königin Luise, ein Lebensbild." Berlin und Leipzig, Giesecke L Devrient, 1S08,s
Am Nachmittage des 6. Juli erst, nachdem sie am Vormittage noch denverhaßten Bennigsen gesprochen, fuhr Königin Luise — sie hat uns selbstdiese Fahrt geschildert — mit dem Kammerherrn von Buch, den GräfinnenVoß und Tauentzien, geleitet von einer Abteilung preußischer Gardedukorps,mitten durch russische und französische Truppen, die bei ihrem Anblickbewundernde Ausrufe laut werden ließen, während in ihr selbst Haß undAbscheu wieder aufflammten, zur Memel und über eine Fähre zu dem nahenQuartiere des Königs, der ihr nach Tilsit vorausgegangen war. Unter-wegs hatte Kalckreuth sie begrüßt, der ihr noch einmal für die Unterhaltungmit Napoleon gute Lehren zu geben suchte. Bei dem Könige traf sie KaiserAlexander und Graf Goltz, den Nachfolger Hardenbergs als Minister desAuswärtigen: beide waren trostlos über den Stand der Verhandlungen;beide beschworen die Königin, in der die letzte Hoffnung ruhe, den Staatzu retten.
Sie hatten kaum einige Worte mit der Königin gewechselt und sichdann entfernt, als die Ankunft des französischen Kaisers gemeldet wurde.Er selbst im schlichten dunkelgrünen Uniformrocke, mit weißen Unter-kleidern, aber umgeben von einem großen und glänzenden Gefolge, in demvor allen Murat durch die bunte Pracht seiner Uniform auffiel. Vondem Kammerherrn von Buch auf der Straße, von der Oberhofmeisterinund der Hofdame an der Haustüre empfangen, eilte Napoleon die Treppehinauf — ein Augenblick, und er stand auf dem Flure der Königingegenüber.
Die Schönheit der Königin, das versichern alle Augenzeugen, strahlteniemals Heller als in den dunklen Tagen von Tilsit. Die glänzend großenÄugen in Schwermut leicht verschleiert, die sonst schon zur Fülle neigendeGestalt, die jetzt durch zehrenden Kummer zu zartem Ebenmaß verfeinert.