Von Friedrich Neubauer.
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und bereits 6 Wochen nach dem Tilsiter Frieden den Antrag stellte, nichtnur die Erbuntertänigkeit, sondern jede Beschränkung in der Wahl ihresErwerbs sür Adlige und Bürgerliche zu beseitigen, die Zünfte ebenso wieden Fabrikenzwang abzuschaffen, alle Einfuhrverbote endgültig aufzuheben.Von denselben Grundsätzen ging die Jmmediatkommission aus, wenn sieauch ihre Vorschläge zunächst auf die Neuordnung der ländlichen Verhält-nisse beschränkte; ihr gehörten Schön, Altenstein, Niebuhr, Stägemannund Klewitz an.
Ihr Wortführer war Theodor von Schön, damals 34 Jahre alt, derschon als kaum Achtundzwanzigjähriger als Rat in die damalige Zentral-behörde, das Generaldirektorium, berufen worden war. Er war ein Mannvon großem Wissen, lebhaftester Auffassung, einem starken, vorwiegendkritischen Verstände. Er besaß ein starkes Selbstbewußtsein, eine Eigen-schaft, die sich im Laufe der Jahre zu einer unschönen Eitelkeit undSelbstüberhebung herausbildete: hat sie ihn doch dazu verleitet, die eigeneBedeutung in ein Licht zu setzen, das der geschichtlichen Wahrheit nicht ent-sprach, und die Verdienste anderer zu schmälern und herabzusetzen, vorallem Steins, den er einst als den „großen Mann, der die Anhänglichkeitaller rechtlichen Menschen" für sich habe, bezeichnet hatte. Auf die „bloßenGeschäftsmänner ohne Wissenschaft" sah der Schüler von Kant und Smithmit einer gewissen Verachtung herab. „Widerspruch kann er nicht ver-tragen, er redet wie ein Diktator, und mit einer Berufung auf AdamSmith oder einen Königsberger Professor Kraus" — den bedeutendstenwissenschaftlichen Vertreter der neuen volkswirtschaftlichen Anschauungenin Deutschland — „glaubt er jede Erwiderung abgeschnitten zu haben",so urteilt einer seiner Mitarbeiter; „ex hat gewisse Systeme, von denener nicht abgeht, und wenn darüber das Menschengeschlecht zugrunde gehensollte". Das war es besonders, was ihn von Stein schied: die doktrinäreAnschauung der Dinge, das unbedingte Festhalten am Grundsatz.
Aber zunächst war man über das Wesentliche, was zu tun war, einig.Von Bedeutung war es, daß auch der Staatsmann, der vor kurzem nochPreußens Regierung geleitet hatte, Hardenberg, sich in einer Denkschrift,die er aus Wunsch des Königs im August und September 1807 zu Rigaverfaßte, mit Entschiedenheit für das Werk der Befreiung, für „demo-kratische Grundsätze in einer monarchischen Regierung" aussprach.
Unter den beiden Gesetzentwürfen, die Stein vorlagen, entschied er sichfür denjenigen, der das beschränktere Ziel verfolgte; die Fragen der Ge-werbe- und Handelspolitik blieben zunächst ausgeschlossen. Dieses Gesetzaber wollte der Minister nicht aus die Provinz Preußen beschränkt sehen,wie es geplant war, sondern aus den ganzen Staat ausdehnen. Am