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III/1 (1895) [Elektricität und Magnetismus (II)] / unter Mitwirkung von Prof. Dr. F. Auerbach, Dr. E. Brodhun, Prof. Dr. F. Braun, Dr. S. Czapski, Dr. P. Drude, Prof. Dr. K. Exner, Prof. Dr. W. Feussner, Dr. L. Grätz, Prof. Dr. H. Kayser, Prof. Dr. F. Melde, Prof. Dr. A. Oberbeck, Prof. Dr. J. Pernet, Dr. F. Pockels, Dr. K. Pulfrich, Prof. Dr. Fr. Stenger, Dr. R. Straubel, Dr. K. Waitz ; herausgegeben von Dr. A. Winkelmann
Entstehung
Seite
189
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Ferromagnetismus.

verschiedene Lage des Inflexionspunkts der Magnetisirungscurve u. s. w. Trotz-dem muss diese ganze Vorstellung in ihrer einfachen Form als veraltet bezeichnetwerden; sie behält zwar ihren Werth für viele Fälle der Praxis, z. B. für dieHerstellung von Dauermagneten aus hartem Stahl und von vorübergehendenMagneten aus weichem Schmiedeeisen bei, den principiellen Verhältnissen wirdsie aber in keiner Weise gerecht, und es kann daher unterbleiben, die zahlreichenErgebnisse mitzutheilen, zu denen selbst die hervorragendsten Forscher aufdiesem Gebiete, wie Barlow, Müller, Dub, Wiedemann, v. Waltenhofen, Jamin,Fromme, Ruths u. s. w. in älterer Zeit und noch bis vor kurzem gelangt sind;nur als Beispiele und für den ungefähren Anhalt mögen folgende Zahlen dienen:

1) nach J. Müller 1 ):

Sorte

temp. Magn.

reman. Magn.

Schmiedeeisen . . .

0-490

0

Gewalztes Eisen

0-474

0

Geglühter Stahl . .

0-404

3-5°

Angelassener Stahl.

0-393

70

Harter Stahl ....

0-259

9°

Gusseisen ....

0-220

1 °

Die temporären Zahlen sind relative, die remanenten Grade, zur Umrechnungdiene, dass die Remanenz bei hartem Stahl 55$ betrug. Je kleiner der temporäre,desto grösser ist, wie man sieht, der remanente Magnetismus, nur bei Gusseisensind beide sehr klein.

2) Nach Coulomb 2 3 ); Verbältnisszahlen des maximalen remanenten Magnetis-mus für bei verschiedenen Temperaturen abgelöschten Stahl, der dann wiederangelassen, also erst immer härter, dann wieder immer weicher gemacht wurde:

Temperatur des

Ablöschens

Anlassens

bis

875° 975° 1075°

1187°

267° 512°

1250°

Rem. Magn.

1 1-42 2-11

2-18

2-07 1-77

1-00

Die Wirkung des Ablöschens fängt also erst bei 875° an, durch Anlassenwird sie wieder aufgehoben.

3) nach G. Wiedemann 3 ) für verschiedene Kräfte, alles Relativzahlen (z. Thl.interpolirt):

Kraft

140

28-2

45-6

91-5

_ 1 Weiches Eisen .

Temp. Magn. \

1 Harter Stahl . . .

41-5

86-0

142-0

269-5

28-5

55-6

87-0

184-8

Stahl : Eisen.

0-69

0-65

0-61

0-68

Kraft

7-4

20-8

52-3

99-1

130-0

Rem. Magn. t Weiches Eisen

4-1

7-4

9-4

9-6

9-7

(Nach mehrfacher / Weicher Stahl

6-6

16-3

31-2

40-7

43-9

Wiederholuug) 1 Harter Stahl . . .

7-5

15-0

35-5

69-3

82-6

Beim Stahl ist also der temporäre Magnetismus kleiner und wächst auchrelativ langsamer als beim Eisen, der remanente dagegen ist grösser und wächstauch viel stärker.

) J. Müller, Pogg. Ann. 85, pag. 157. 1852.

2 ) Coulomb, s. Wied. Galv. (3) 3, pag. 557.

3 ) G. Wiedemann, Pogg. Ann. 100, pag. 235. 1857, und 106, pag. 169. 1859.