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III/1 (1895) [Elektricität und Magnetismus (II)] / unter Mitwirkung von Prof. Dr. F. Auerbach, Dr. E. Brodhun, Prof. Dr. F. Braun, Dr. S. Czapski, Dr. P. Drude, Prof. Dr. K. Exner, Prof. Dr. W. Feussner, Dr. L. Grätz, Prof. Dr. H. Kayser, Prof. Dr. F. Melde, Prof. Dr. A. Oberbeck, Prof. Dr. J. Pernet, Dr. F. Pockels, Dr. K. Pulfrich, Prof. Dr. Fr. Stenger, Dr. R. Straubel, Dr. K. Waitz ; herausgegeben von Dr. A. Winkelmann
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Wechselströme oder elektrische Schwingungen.

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Diese Formel kann zur Bestimmung von Selbstinductionscoefficientendienen 1 ). Ist p x klein, so muss, wie Troje 2 ) gezeigt hat, auch die Selbst-induction. im Brückenzweig berücksichtigt werden,ß) Keine Condensatoren ausser c v Dann ist:

2 /- 2

m c

4- w

w, w ,

wo:

w(w 3 -+- w 4 )w 3 + w i + w

(54)

b) Der Brückenstrom ist Null. Das Telephon schweigt.

A = B = 0.

Specielle Fälle.

a) Keine Condensatoren. Zweig 3 und 4 ohne Selbstinduction.

p x __ w x w 4Pi ~~ ~ w-i

(55)

ß) Keine Selbstinduction; c 3 = c i = 0.

c \ _ w 2 _

C 2 IV ^ ^4

(56)

7 ) Alle Inductionscoefficienten und Capacitäten, mit Ausnahme von c x undPz> Null:

(57)

P% = = C X W X W 3 .

Mit Benutzung des optischen Telephons hat M. Wien 3 ) nach diesenFormeln Inductionscoefficienten und Capacitäten unter sich und mit einanderverglichen.

7) Differentialinductoren. Ein zuerst von Dove 4 ) construirter Differential-inductor besteht aus zwei gleichen Inductionsapparaten von der folgendenForm. Auf einen hölzernen Hohlcylinder ist eine Rolle von dickerem Drahtund auf diese eine zweite Rolle von dünnerem Draht gewickelt. Die beideninneren (primären) Rollen werden mit einander und mit einer constanten Kettezu einem Stromkreis verbunden. Ebenso werden die beiden anderen Rollenverbunden, jedoch so, dass bei Unterbrechung des primären Stromes die beidenInductionsströme entgegengesetzte Richtung haben. Dieselben heben sich dannauf. Wird die Gleichheit der Wirkungen gestört, etwa durch Einführung einesEisenkerns in den einen Hohlraum, so ist wieder ein Inductionsstrom zubeobachten. Durch Einlegen von dünnen Eisendrähten in die andere Rollekann man diese Wirkung compensiren. Der Apparat hat mancherlei Anwendungengefunden z. B. zur Untersuchung schwach eisenhaltiger Substanzen. In derneuesten Zeit wurde derselbe zu Widerstanbsmessungen verwandt 5 ).

Nach der Erfindung des Telephons, eines ausserordentlich empfindlichenApparats zur Wahrnehmung geringer Stromschwankungen, benutzte Hughes 6 )den Grundgedanken des Differentialinductors zur Herstellung einer »Inductions-wage«, der er verschiedene Formen gab. Wir beschreiben hier die einfachsteAnordnung. Drei Rollen sind coaxial aufgestellt. Die mittlere steht mit einerconstanten Ket:e und einem Stromunterbrechungsapparat in Verbindung (Fig. 228).

J ) A. Oberbxck, Wied. Ann. 17, pag. 1040 1882.

2 1 Troje, Wied. Ann. 47, pag. 301312. 1891.

3 ) M. Wien, Wied. Ann. 44, pag. 681 712. 1892.

4 ) A. Dove, Pogg. Ann. 49, pag. 72. 1840.

5 ) A. Elsass, Wied. Ann. 35, pag. 828833. 1888; 42, pag. 165177. 1891.

6 ) Hughes, Phil. Mag. (5) 8, pag. 50. 1879.