Lineare Leiter in Verbindung mit Condensatoren. — Periodische und aperiodische Ströme. 399
Eine »neue Form der Inductionswaage« hat M. Wien 1 ) angegeben.In einer WHEATSTONE’schen Brücke enthalten die Zweige 1) und 2) gleiche Rollen;3) und 4) sind inductionsfrei. Der Brückenzweig enthält das optische Telephon,der Hauptzweig die dazu gehörende, periodische Stromquelle. Das zu unter-suchende Metallstück wird in Rolle 1 gebracht und dadurch der scheinbareWiderstand und der scheinbare Inductionscoefficient verändert. Durch eine inRolle 2 gesteckte Hilfsrolle mit veränderlichem Widerstand werden dort die ent-sprechenden Veränderungen hervorgebracht. Das Stromgleichgewicht wird hier-durch wieder hergestellt.
8) Im Eingang dieses Abschnitts wurde die Anzahl der Stromwechsel, inso-weit die Ströme durch Maschinen hervorgebracht werden, als eine mässig grossebezeichnet. In neuester Zeit hat ein amerikanischer Physiker, Nicola Tesla * 5 ),Wechselstrommaschinen construirt, bei welchen mehr als 10000 Stromwechsel inder Secunde erfolgen. Besitzen dieselben ausserdem noch hohe Spannung, sotreten bei ihrem Durchgang durch eine Unterbrechungsstelle glänzende Licht-erscheinungen auf.
D. Lineare Leiter in Verbindung mit Condensatoren. — Periodischeund aperiodische, elektrische Ströme.
Man benutzt gewöhnlich die folgenden beiden Anordnungen.
a) Der einen Belegung eines Condensators wird Elektricität zugeführt.Hierauf wird dieselbe mit der anderen Belegung durch eine Drahtleitung ver-bunden. Der Entladungsstrom giebt eine Elektricitätsbewegung von der hier zubetrachtenden Art.
b) Eine, die beiden Belegungen des Condensators verbindende Leitungenthält eine Drahtrolle, in deren Nähe eine zweite Drahtrolle aufgestellt ist.Letztere gehört zu dem Stromkreis einer constanten Kette. Wird derselbegeöffnet, so entsteht in der ersten Rolle ein Inductionsstrom, durch welchen derCondensator geladen wird. In beiden Fällen ruft der Entladungsstrom durchSelbstinduction eine Gegenströmung hervor, welche unter Umständen stark genugist, um den Condensator entgegengesetzt zu laden, worauf sich dieser Vorgangmit schnell abnehmender Stärke fortdauernd wiederholt.
Mit Benutzung derselben Bezeichnungen wie bisher, sind die, diese Er-scheinung darstellenden Gleichungen
W J + p
7 =
dj
dt
4- V =
dVC dt '
0 ,
(58)
wo V die Potentialdifferenz der beiden Belegungen des Condensators bedeutet.Hieraus folgt:
d * Vdt 5
W dVp dt
(59)
Setzt man V
e lt , so ist:
l 2 +
_ 1 _
fc
— 0 ,
\
w | / a>2 1
2 p V 4p 2 pc'
') M. Wien, Wied. Ann. 49, pag. 306—346. 1893.
5 ) Elektrot. Zeitschr. 12, pag. 289, 328. 1891; 13, pag. 181. 1892.
( 60 )