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Fremdenbuch für Heidelberg und die Umgegend / von K.C. Leonhard
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314
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jedoch, während des Tanzes, durch ein Fräulein den Anschlag.Heimlich eilten die Grafen ihren Festen zu Hülfe, und der Ueber-fall wurde vereitelt. Später söhnte sich Otto mit den Eberstei-nern aus und gab einem derselben sogar seine Schwester zur Ge-mahlin.

Konrad der Salier , dessen Voreltern, die Rhein-FränkischenHerzoge und Grafen des Speyer-Gaues, ein Hofgut in Speyer,auf dem sogenannten Weidenberge besassen, wo sie, wie auchKonrad , häufig sich aufhielten, erweiterte , verschönerte und be-festigte die Stadt mit so besonderer Vorliebe, dass er dadurch denBeinamen des Speyer er s erhielt. Er war der Erste von Deutsch-lands Königen, welcher in dem von ihm neu erbauten Dome begra-ben wurde (1039). Auch sein Sohn, Heinrich III. und seinEnkel, Heinrich IV., liebten den alten Siz ihrer Ahnen und be-günstigten die Stadt auf jede Weise. Mit aller Treue waren dafürdie Bürger ihren Wohlthätern ergeben. In den traurigsten Tagenseines Lebens, als Heinrich IV., gebannt und von der Regierungausgeschlossen, dem Urtheile des Pabstes entgegenharrte (1076),nahmen ihn die Speyerer willig in ihre Mauern auf, und strebten,ihm die Schwere seines Geschickes, durch Zeichen von Anhäng-lichkeit, zu erleichtern. Und als dreissig Jahre später der Leich-nam des viel geprüften Kaisers von Lüttich den Rhein herauf zurStadt gebracht wurde, um in einer Seitenkapelle des Domes, derAfra-Kapelle, den Tag zu erwarten, wo die Gruft seiner Väterihn aufnehmen dürfte; da schreckte der Bann die Bürger nicht, dieFortdauer ihrer Anhänglichkeit an den Tag zu legen. Sie gingender Kaiserlichen Leiche, die Geistlichkeit an ihrer Spizze, feierlichbis zur Grenze des Weichbildes entgegen, und trugen sie auf ihrenSchultern mit Gesang und Glocken-Geläute zum Münster. SolcheTreue zwang selbst dem Sohne des Gebannten und Misshandelten,Heinrich V., der den ergrauten Vater vom Throne verdrängt hatte,Hochachtung ab. An dem Tage, wo er endlich, nach Lösung desBannes, die väterliche Leiche in den geweihten Boden des Königs-Chores bestattete (1111), erliess er der Stadt,die er, um-ihrerunverbrüchlichen Treue willen, über alle andere zu erheben sichvorgesezt, mehrere drückende Abgaben, und ertheilte ihr einenPrivilegien-Brief, die Grundlage ihrer Reichs-Unmittelbarkeit.Zugleich befahl er diesen Kaiserlichen Gnadenbrief zum ewigenGedächtnisse in goldenen Buchstaben über die Haupt-Pforte desDomes anzuschreiben, und sein und seines Vaters Bildniss dareinzu sezzen. Diesen Freibrief bestätigte auch später Kaiser Fried-rich der Rothbart , bei einer Strafe von hundert Pfund lauteren