Einleitung.
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Über „Max" ist' nach einem 1874 in der Oberlausitzer Ge-Gesellschaft der Wissenschaften von Dr. Paur gehaltenen Vor-trage zu bemerken, daß Octavio Piccolomini zwei Neffen undeinen entfernten Verwandten hat zu sich kommen lassen, uman ihnen Vaterstelle zu vertreten; einer der Neffen hieß Max(okr. Düntzer, Erläuterungen zu Wallenstein, 2. Aufl. 1877S. 184 Anm.); sein Name steht auch unter dem sogenannten„Pilsener Schluß"; doch hat Schiller die Hauptzüge seinesbei jungen Damen so beliebten Helden einem Max Wallensteinentlehnt, der Wallensteins jüngerer Vetter war. — Wie dra-matisch wirksam sind nicht die letzten Worte des Stückes (Cor-dons, indem er das kaiserliche Schreiben überreicht): „DemFürsten Piccolomini." In Wirklichkeit ging es aber nichtso schnell; Octavio wurde erst 1639, also vier Jahre später,zum Herzog von Almalfi ernannt und erst am 8. Oktober 1650in den erblichen Reichssürstenstand erhoben. — Bei „MariaStuart" liegt wohl der Haupteffekt in der Szene der Zu-sammenkunft der beiden Königinnen; es ist gewiß, daß sie sichnie gesehen haben; auch daß Maria in der letzten Zeit ihrerGefangenschaft so vielen Männern, die in ihre Nähe kommen,gefährlich wird, ist eine poetische Licenz; denn die historischeMaria war bei ihrem Tode über 45 Jahre alt; als jungeKönigin hatte sie aber bekanntlich durchaus nicht bedacht, wassie ihrer Stellung schuldig war. — Die „Jungfrau vonOrleans" stirbt poetisch ohne Schmerz und die Fahnen derTruppen senken sich auf sie nieder; nach der Geschichte ist siebekanntlich von den Engländern als Hexe verbrannt worden(1431). Sie hat anch nicht in ihrer Jugend Schafe undandere Tiere gehütet. In einem 1889 in Paris erschienenenWerke von Lesigne: ftr c('A-r6 (eAe-rc/e wird überhaupt derRuhm der Jungfrau auf ein Kleinstes herabgesetzt. Es wärenicht richtig, daß sie Orleans entsetzt; der König hätte viel-mehr nur ihre „hysterische Begeisterung" als nützliches Werk-zeug gebraucht. — Auch daß Agnes Sorel, des Königs Karl VII.