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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
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Einleitung.

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deshalb Vorwürfe zu machen; denn die Bühne ist kein Katheder.Wohl aber sind das Drama und der historische Roman zweider Hauptquellen für die „Treppenwitze der Weltgeschichte",weil gewiß mehr Menschen ins Theater, als zum Professorder Geschichte ins Kolleg gehen und weil Dichtungen undRomane mehr als Geschichtswerke gelesen werden; aber manhält die Kunst und die Geschichte nicht auseinander; diesergefallen auch wohl die Flitter, welche jene ihr angesteckt, undsie sträubt sich nicht, wenn man sie ihr nicht nimmt.me ckes cr ei « embeM

Die Geschichte ist auch nicht malerisch; sie möchtewohl gern ein ergreifendes Bild herstellen, versteht es abernicht. Der Maler muß grade so feilen und putzen, weglassenund hinzuthun wie der Dichter, und mit Vorliebe haben sichdie Maler immer gerade die Treppenwitze der Weltgeschichtezu Vorwürfen genommen- Die meisten „historischen"Gemälde stellen Unhistorisches dar, so daß durchsie viele Irrtümer verbreitet worden sind. Amschlimmsten wird die Sache, wenn der Maler ein historischesEreignis nach einem Gedicht malt. Man zeigte Uhlandeinst eine Illustration zu einem seiner historischen Gedichte;allein er bemerkte:

„Ich liebe solche Bilder nicht. Die Maler sollten derlei Gegenstände nicht znmVorwürfe ihrer Kunst machen. Entweder sollten sie wirkliche Geschichten darstelle»»der nur Gedichte rein poetischen Inhalts illustrieren. Historische Sto ffe, welchessinual den Weg durch Sage und dichterische Form hindurch gemacht,kühren den Künstler auf einen Zwittcrboden, der sehr bedenklich ist,denn indem auch der Maler dein fort und fort verwandelten Stoffe noch einmal inseiner Weise ein eigenes Gepräge giebt, geht zu leicht die historische Wahrheit, Ur-spriinglichkeit und Kraft verloren." (Aus einem Feuilleton der „Neuen freien Presse".Wien, von, 4 . Juli 1882: Im Hause Uhlands von Joseph Rank.)

Ebensowenig als die Geschichte malerisch ist, ist sie syste-matisch; wenigstens ist sie es nicht augenscheinlich; ihr^gisseur steht noch unter dem eines herumziehenden Provinzial-theaters. Die Scenen greifen nicht gehörig in einander, die