Einleitung.
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Jgnatius von Loyola, der Stifter des Jesuitenordens,soll „Gott im Herzen getragen haben"; man erzählte später,nach seinem Tode hätte man auf seinem Herzen das WortSLO^ in griechischen Buchstaben eingegraben gefunden. (Vgl.Max Müller; Vorlesungen über die Sprache. II. S. 528 ff.)
Der heilige Thomas von Aquino ('s 1274) fragte denBonaventura (fi 1271), woher er die Kraft und dieSalbung empfangen habe, die er in allen seinen Werkenentfaltete. Bonaventura wies auf ein an der Wand seinerZelle hängendes Kruzifix. „Dieses Bild," sagte er, „diktiertmir alle meine Worte." Auch diesen, doch so leicht ver-ständlichen Ausdruck nahm das Volk wörtlich und bestand,trotz aller Entgegnungen darauf, daß Bonaventura einsprechendes Kruzifix besäße. (Max Müller, a. a. O. II.S. 568.)
So ergeht es dem Allegorischen. „Was in denGedanken des Lehrmeisters geistig und wahr ist,wird in dem Munde des Zöglings materiell undfalsch" (Max Müller, a. a. O. II. S. 568). Alle Götterverdanken gewissermaßen dem häufigen Irrtum ihren Ursprung,daß man das allegorisch Gesagte als im eigentlichen Sinnedes Wortes hingestellt ansieht; wenn nicht grade Tiere zusprechen brauchen, ist der Übergang vom Allegorischen insHistorische nicht so schwer. Wie unhaltbar jedoch die Grund-lagen solcher später als historisch angegebenen Erzählungenfind, welche zugleich als Allegorien dienen, hat Niebuhr,sowie schon vor ihm Voltaire sehr richtig erkannt. Nachdiesem sind Festlichkeiten, welche zu Ehren gewisser Begeben-heiten gefeiert werden, die einst statt gehabt haben sollen,kein Beweis dafür, daß die Begebenheit wirklich stattgefundenhat, sondern nur dafür, daß geglaubt worden ist, sie hätteeinst stattgefunden. Voltaire verwarf schon die Urgeschichtealler Völker als notwendigerweise erfunden.ckrr c/rsarerr// r7 /irr«/ öre-r gAö oes /irr/s sore-rk