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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen.

hundert Thore gehabt hat, so groß es auch sonst gewesen seinmag, wenigstens nicht in dem Sinne, in welchem man eswohl zuerst versteht; wahrscheinlicher ist es, daß die Stadtviele Tempel und diese alle große Thore hatten; (Diodor I.45) das Beiwort „hundertthorig" ist aber unter allen Um-ständen eine poetische Licenz. — Bei demselben Theben wardie Memnonssäule, ein kolossales Bild, welches demKönig Amenoph geweiht worden war. Es ist noch zu sehen,eine sitzende Statue mit aneinander geschlossenen Füßen ausdunklem Stein; durch ein Erdbeben (wahrscheinlich 25 v. Chr.)wurde es zertrümmert, so daß der obere Teil herabgestürztist. Seitdem erklang der Stein, wenn er von den Strahlender aufgehenden Sonne getroffen wurde, ähnlich einer springendenSaite. Strabon, der zuerst von dieser Erscheinung spricht(Buch 17) und den Klang gehört, aber sich sehr vorsichtigdarüber äußert, ob er wirklich von der Säule herrührte, nenntden Koloß noch nicht Memnon, sondern sagt nur, er hättesich im Memnonium befunden; der Mythus ist erst späteraufden Stein übertragen worden. Bei Homer (Odyssee11, 522 und 4, 188) wird Memnon erwähnt als der schönsteder Krieger und der Sohn der Eos. Mit Beziehung aufjenes Ertönen sagte man dann, der Sohn begrüße seineMutter. So suchen sich ein seltsames Naturspiel und derdazu passende Mythus, bis sie sich finden. Das Klingenhörte übrigens auf, als der Kaiser Septimius Severus diein Trümmern liegende Säule wieder aufrichten ließ. — Auchist Homer (in Europa) wohl der erste, dem die Nachwelt ver-schiedene Werke zugeschrieben hat, die er höchst wahrscheinlichgar nicht verfaßt (den Froschmäuslerkrieg und anderes).

Ebenso wie wir den Argonautenzug nicht weiter besprochenhaben, können wir auch die Mythen von Herkules undTheseus schnell übergehen. Eine ganze Masse von Heldenund Heldenthaten sind in beiden zusammengeschweißt. DerName Herkules hat nach Varro 44 verschiedene Individuen