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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
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79
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Die Griechen.

79

Platz griff, in volles Licht. Ob aber auch Kleon so gesprochen, wie hier seine Wortelauten, darf doch in Zweifel gezogen werden. Wenigstens wird dem Demagogen einepolitische Bildung, wie sie sich in dieser Rede herausstellt, sonst nicht zugeschrieben."

Mit Beziehung auf die Rede des Perikles über die Ge-fallenen (Buch II) sagt Müller-Strübing, ThukpdideischeForschungen (Wien 1881) S. 76:

„ — das ist nicht die Grabrede für eine Handvoll Leute, die im ersten Kriegs-lahr in den Scharmützeln vor der Stadt oder in den Gefechten im Peloponnes gefallenwaren; es ist die Totenklage des Thukydidcs um den athenischen Staat, wenigstensder Abschnitt von Kap. 37 bis zum Anfang von Kap. 42."

Müller-Strübing schließt sogar daraus, sowie aus andernGründen, daß das Werk des Thukpdides ursprünglich auchden übrigen Teil des peloponnesischen Krieges enthalten hat,über welchen wir jetzt nur des harmlosen ikenophons Hellenikabesitzen, daß man ihn aber — was übrigens schon im Alter-tum allgemein geglaubt wurde, (Plutarch, Kimon 4) — er-mordet hat, um ihm das Werk rauben und es vernichten zukönnen. Es waren zu einflußreiche Personen, welche einInteresse an der Unterdrückung der Nachrichten über die letztenJahre des Krieges hatten, „der Arginusenfrevel, die Vorgängebei der Schlacht von Aigospotamos, bei der Belagerung, beimNiederreißen der Mauern", als daß man der Vermutungnicht eine große Wahrscheinlichkeit zugestehen sollte; eine be-stimmte Nachricht darüber besitzen wir aber nicht. (Vergl.von Wilamowitz-Möllendorff; „Die Thukydideslegende" inder Zeitschrift: Hermes Band XII S. 326—367; Berlin 1877).Die von Thukydides berichteten Reden erhalten übrigens nochmne andere Beleuchtung, wenn man berücksichtigt, daß er aufdie bis dahin beliebten „Götter aus der Maschine" gänzlichverzichtet und vielmehr bemüht ist, den Zusammenhang derGedanken und Beweggründe einerseits und der Handlungenund Ereignisse andrerseits ohne solche, mitunter noch heutzutagemcht verschmähte Eselsbrücken, darzulegen. Daß er dann mitder neuen Methode etwas zu weit geht, ist nicht zu verwundern.Seine Rationalisierung des trojanischen Krieges (Buch I.8—11) hat etwas geradezu Kindliches; er ist es auch, der