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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen.

Diagoras jedoch hierauf wirklich bühnengerechter-weise gestorben, hat erst Aulus Gellius gesorgt,Bootes ^.btioao, Buch III, Kap. XV. Schon Bayle in seinem„Historischen und Kritischen Wörterbuch", Artikel Diagoras,hat hierauf hingewiesen.

Über die in dem Geschichtswerk des Thukydides ent-haltenen Reden, welche fast den wichtigsten Bestandteil seinesWerkes ausmachen, sagt er selbst (I. 22):

„Was die Reden angeht, welche die Betreffenden teils noch vor dein Kriege ge-halten haben, teils auch während der Führung desselben, so wäre es mir unmijglichgewesen, die wirklich gesprochenen Worte mit Genauigkeit wiederzugeben und zwarbetrifft dies nicht weniger die, welche ich selbst mit angehört habe, als auch die mirvon anderer Seite mitgeteilt worden sind. Es wird aber in meinen! Buche sogeredet, wie mir dieEinzclnen den II »iständen gemäß am passendstenzu sprechen schienen, indem ich mich dabei so eng als möglich an den Hauptge-danken der wirklich gehaltenen Reden anschloß."*)

Leopold v. Ranke (Weltgeschichte, Teil I. Abteilung 2,S. 49 f.) bemerkt über die Reden des Thukydides:

„Wenn man in dem ersten Buche die Rede der Korinther in Lakedämon liest,so ist die Hauptsache, eine Vergleichung zwischen Athen und Lakedämon sehr willkommenfür den Historiker am Anfang eines Werkes, welches den Streit dieser beiden Städteschildert. — So ist in der alsdann folgenden Rede des Periklcs der Hauptinhalt derÜberlegenheit der Seemacht über die Landmacht, worin ebenfalls ein grosses Momentfür den Verlauf der Geschichte liegt, so daß er sehr gut in den Vordergrund paßt..Die Rede, welche die Mhtilcnäer in Olympia halten und die auf die Em-pörung von Lesbos bezügliche Rede ätleons stellen zusammengenommen das Mißver-hältnis, das zwischen dem beherrschenden Athen und den mächtigen Bundesgenossen

*) Lord Rosebcry sprach am 27. September 1887 in London als Präsident desinternationalen Stenographen-Kongresses über die Stenographie im Diensteder Parlamente und behauptete dabei, daß die „denkwürdigen Reden", die vorAnwendung der Stenographie auf den Blättern der Weltgeschichte verzeichnet stehen,zum großen Teil Fantasiegebilde und mehr oder weniger gut erfunden sind.„Gelegentlich eines Diners —erzählt Lord Rosebery — an welchem SamuelJohnson teil-nahm, äußerte sich einmal Dr. Francis, der bekannte englische Übersetzer des Demo-fthenes, inbezug auf eine Rede, die in den Berichten als von Lord Ehatham gehaltenaufgeführt war, daß dieselbe alles überträfe, was er je gelesen habe, und selbst denberühmten Griechen in den Schatten stelle. Da vernahm mau auf einmal die heisereStimme vr. Johnsons vorn anderen Ende der Tafel, welcher ausrief: „Die Redehabe ich selber gemacht, und zwar in einer Dachstube in Exeter Street." Und dannerzählte er, wie er seine Debatten anfertigte. Er sei nur einmal vor jener Zeit.sagte er, im Parlamente gewesen, den Freunden seines Verlegers sei es jedoch ge-lungen, einen der Thürhüter zu bestechen, der ihm stets die Reihenfolge, der Rednerim Unterhause und einige ihrer Argumente mitteilte, und auf der aus diesem Materialbestehenden Basis habe er seine parlamentarischen Berichte aufgebaut. (BerlinerBörsen-Courier vom 4. Oktober 1887.)