Die Griechen.
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Münzfuß geprägt wurde, ja in einigen dieser Gegenden schonim sechsten Jahrhundert. Jene Kolonien hatten den attischenMünzfuß angenommen, weil sie sich vorzüglich der eingeführtenattischen Münzen bedient hatten und dieser ihnen also derbequemste und natürlichste war. Thukydides aber läßt dieseBeziehungen sowohl bei der großen Unternehmung unterAlkibiades und Nikias (415) als auch bei einer früheren(427—424) ganz in den Hintergrund treten, wobei ihn seineParteistellung bewußter- oder unbewußterweise beeinflußt habendürfte. Hierzu kommt aber auch noch, daß bei ihm andereals militärische — also z. B. die hier wichtigen, handels-politischen Gesichtspunkte überhaupt nicht zur Geltung kommen;es geschieht dies auch in keiner der vielen eingeflochtenenReden. Gleichgültig ist ihm das doch so bewegte, damaligeVerfassungsleben Athens und der Einfluß desselben auf diekriegerischen Bewegungen; die herrlichen Bauten der perikleischenZeit erwähnt er gar nicht, — nichts über die Organisationdes Seebundes der Athener, über die Herüberführung desBundesschatzes von Delos nach Athen, über die Einführungdes Soldes an die Mitglieder der athenischen Volksversammlung,nichts über den Prozeß des Anaxagoras wegen Gotteslästerung,über die Wirksamkeit des Sokrates und den Einfluß derSophisten — das wunderbare Ineinandergreifen der ver-schiedenen Kulturelemente hat er entweder gar nicht wahrge-nommen oder wenigstens nicht zu schätzen und zu durchgingenvermocht. Durch dieses einseitige, kasernenhofartige Betonendes militärischen, das doch — auch in seiner bewunderungs-würdigsten Vollendung — immer nur Mittel zum Zweck ist,— hat Thukydides der Geschichtsschreibung ein trauriges Vor-bild geliefert, von dem sie erst etwa zweitausend Jahre spätersich loszuwinden versuchte; bis dann zu unserer Zeit Buckleins andere Extrem verfiel. (Vergl. Schvarz; die Demokratievon Athen I. S. 421 f.)
Mit wieviel Liebe, im Vergleich zu Kleon, zeichnet Thuky-Treppemvitz. 6