Die Griechen. 113
schlechter Lust schaffen." (Hausrath; Neutestamentliche Zeitgeschichte, Heidelberg 1772;Teil II S. 33).
Bei allen neuen Religionen ist das Erobernde nicht wassie lehren, sondern was sie verneinen meNcr-rs). Aus
diesem Grunde wird fast jede ohne irgend eine Ausnahme schal,sobald das von ihr Verneinte vernichtet ist und sie führt vonda an nur noch ein falsches, gespensterhaftes Leben. Darum,weil siezer stören, jauchzendemgewaltigen Men-schen ganze Völker und Erdteile zu, eine An-erkennung, die dem notwendigerweise langsamarbeitenden, — Schaffenden, niemals oder erstbei seinem Verscheiden wie ein flüchtiges Alpen-glühn zuteil wird. . . . Wenn aber die Erlösung gelingt,und noch mehr, wenn auch schon der Schutt der zerstörtenZwingburgen allmählich weggeräumt worden, können sich diefolgenden Geschlechter bald des unerträglichen Zustandes nichtmehr recht erinnern; die Bedeutung des Erlösers klingt durchÜberlieferung noch in hörbarer Weise nach, aber sichtbareFolgen seiner Thaten sind für sie eigentlich nicht mehr vor-handen; diese zerstörenden Thaten verblassen bis zur Un-darstellbarkeit und um nun doch etwas erzählen zu können,erfinden die folgenden Geschlechter schaffende Thaten, wo-möglich mit Anknüpfung an irgend etwas vorhandenes.
Hierher gehören dann auch die zum Teil drolligen Anek-doten über das häusliche Leben des Sokrates, zumal überseine Frau, die typisch gewordene Xanthippe. Eine Ehren-rettung derselben hat Zeller versucht in seinen „Vortrügenund Abhandlungen geschichtlichen Inhalts", Leipzig, 2. Auflage,1875 S. 56, wo er ganz richtig bemerkt, daß die haupt-sächlichste Ursache ihres bösen Rufes der erste Buchstabe ihresNamens sei, durch dessen Schuld sie in alle Fibeln kam:Ipanthippe war ein böses Weib,der Zank war ihr ein Zeitvertreib.
Zeller erwähnt auch einer Rechtfertigung, die schon 1715Treppenwitz. 8