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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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115
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Die Griechen.

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Was Platon betrifft, so sind diejenigen Biographien, welchefür uns die wertvollsten gewesen wären, z. B. die von seinemNeffen und Nachfolger Speusippos verfaßte, verloren gegangen.

„Eine Kritik der überlieferten Angaben über Platons Leben, wonach dieselbenals fast durchaus »»historisch oder mindestens als säst durchaus unzuverlässig erscheinen,giebt Heinrich von Stein, „Sieben Bücher zur Geschichte des Platonisnms",Teil II, Gott. 1884, in dem Abschnitt (ß 17»: Der biographische Mhthus und dielitterarische Tradition, S. 158—197; hieran knüpft, noch weiter gehend, Schaarschmidtan in seiner Schrift: Die Sammlung der platonischen Schriften, zur Scheidung derechten von den unechten untersucht". Bonn 1868 , S. 81 ff. A. E. Chaignet, k<rure ek kos ecnrks cks Paris 1871. Die zu scharfe (?) Kritik v. Steins und

Schaarschmidts sucht K. Stcinhardt in „Platons Leben", Leipzig 187g, auf dasrichtige Mast zurückzuführen .... Auf Grund der verschiedenen aus uns gekommenenNachrichten und Sage» hat E. Welper, „Platon und seine Zeit, hist.-biogr. Lebens-bild", Kassel 1888 , einen Roman geliefert, dessen Bergleichung mit der Überlieferungzur deutlichen Einsicht in die Art, wie Gegebenes durch fortwuchernde Dichtung er-weitert zu werden pflegt und demgemäß auch zur richtigen Würdigung eines Teilesder Überlieferung selbst förderlich sein kann." (Überweg, Grundriß der Geschichte derPhilosophie des Altertums: 6. Auflage, bearbeitet von Max Hcinzc, Berlin 1880,S. 121.)

Diese Mangelhaftigkeil der Berichte über Platon hat einentieferen Grund; wie Emerson bemerkt (^e^ese/rkKi^Ewen; .'

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Man möchte aber doch gern etwas interessantes berichtenund darum erfindet man es. Wenn wir im folgenden einigeder bekannten Anekdoten rc. über Platon nach Steinhardt alsunhistorisch aufführen, glauben wir gegen den Vorwurf einerzu strengen Kritik gesichert zu sein. — Unecht sind danach zu-nächst die noch erhaltenen dreizehn Briefe; keiner derselben istohne eine bestimmte Tendenz verfaßt; mit Ausnahme desersten, der irrtümlich in die Sammlung gekommen ist, habenfast alle die Form von Selbstapologieen des Philosophen gegenVorwürfe, die ihm von Zeitgenossen gemacht wurden. — Selt-sam berührt es uns sodann, wenn Plutarch L^Troa-ax«, 8. e. 2.und Diogenes Laörtius 3. 2. einer Sage erwähnen, wonachdie Geburt Platons unter ähnlichen Umständen erfolgt sei,üne diejenigen, welche der erste und der dritte Evangelist über

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