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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen.

die Geburt des Erlösers berichten; Apulejus und Olympiodoros,dieser in seinem Leben Platons nennen den Apollen gradezuden Vater des Kindes. Sein Geburtstag soll der siebenteTag des Monats Thargelion gewesen sein, sowie der sechstederjenige des Sokrates. Jener Tag war aber in Athen demApollon geweiht, dieser der Artemis und beide Geburtstagesind erst später auf diese Daten übertragen worden, um Platongewissermaßen zum Sohne des Gottes zu machen. Ob seinekönigliche Abstammung (von Kodros nach Thrasyllos) besserbeglaubigt ist, wollen wir dahingestellt sein lassen. Daß erauch an seinem Geburtstage gestorben sei, weiß erst Seneca(ox. 58, 33). Als junges Kind soll Platon sodann von seinenEltern, als sie dem Pan, den Nymphen und dem Apollonein Opfer bringen wollten, auf dem Hymettos niedergelegtsein, worauf Bienen heranflogen und ihm den Mund mitHonig anfüllten, als ein Vorzeichen der Süßigkeit seiner Rede(Olympiodor); dies wird aber ganz ähnlich schon von Pindarauf dem Berge Helikon berichtet (Pausanias 9, 23 und früherschon von andern). — Sodann soll Platon noch kurz vorseinem Tode erklärt haben, er danke den Göttern für vierDinge, daß er als Mensch, nicht als Tier, als Mann,nicht als Weib, als Grieche, nicht als Barbar,endlich als Bürger Athens zurZeit des Sokratesgeboren sei. So berichtet es Lactantius, vivirmrum institu-tionum libri VII. 3, 17 und ähnlich Plutarch im Leben desMarius, Kap. 46, nur daß er das Weib ausläßt. Dochwird ein ähnliches Wort bereits dem Thales zugeschrieben(Diogenes Laörtius I. 1, 7); „es war also eine jener nichtübel ersonnenen Wanderanekdoten, die von einem bedeutendenManne immer auf den andern übergehen". — Ferner wirdPlaton ein Distichon auf einen schönen, früh gestorbenen Jüng-ling A st e r zugeschrieben, der seinem Namen (der Stern) undder doppelten Gedankenverbindung gemäß mit LeidenschaftAstronomie getrieben hatte: