Die Römer.
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religiösen Glaubensbekenntnis. Erst wenn man ins Einzelnegeht, bemerkt man die zahlreichen, ja überwiegenden Absur-ditäten. Dabei hatten die Römer wenig Originalität; dierömische Geschichte holt sich fast alle Pointen
wofür sie besonders schwärmt,
wenn sie wieder ausgewärmt
aus den griechischen Historikern. Die Erzählung von Romu lusist z. B. eine ziemlich parallele Wiederholung der Legendevom Kyros, wie man bei Betrachtung der Einzelheiten leichterkennen wird und schon Plutarch (Romulus 8) bemerkt, daßsie manchem verdächtig erscheine, weil sie sich so gut fürdie Bühne eigene und so märchenhaft laute. Niebuhr I.S. 148 äußert sich darüber wie folgt:
„Mythologische Erzählungen dieser Art sind Nebelgestalten oder oft gar eineFata Morgana, deren Urbilder 'uns sichtbar, das Gesetz ihrer Refraktion uns unbe-kannt ist, und wäre es das auch nicht, so würde doch keine Reflexion so scharfsinnigund gelehrt verfahren können, daß es ihr gelänge, aus diesen wunderbar vermischtenFormen das unbekannte Urbild zu erraten."
Freilich hat man es dennoch oft versucht. Vergleicht mandie Stamm- und Gründungssagen der verschiedenen Städteund Staaten, so trifft man, wie wir schon bei den AssyrernS. 32 bemerkten, fast überall auf eine durchschimmerndeIdentität der Nationalgötter mit den Gründern der Gemein-schaft ; in jenen aber erkennt man sehr oft Sonne und Mond,also Zwillinge. Die schon oben S. 32 erwähnte sonnen-ähnliche Natur gewaltiger Menschen klingt hier wieder mit an.Pausanias erwähnt Buch VIII. Kap. 12 eine der römischenStammsage ganz ähnliche Geschichte, welche die Phigalier (inArkadien) von einem ausgesetzten und dann geretteten Sohnedes Herakles erzählten. Auch die Gründung Thebens durchdie Zwillinge Amphion und Zethos gehört hierher. DaßStammheroen von Tieren gesäugt werden, wiederholt sich un-gemein häufig; sogar die wilden Duracares in Brasilien er-zählen von ihrem göttlichen Helden Tiri, daß ihn ein Jaguar-weibchen genährt habe. (Tylor, I. S. 255.)
Das Heranschwimmen der ausgesetzten Kinder deutet auf Flut-