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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Nvmer.

sagen, Gewitter rc. Allerdings zerfließen dergleichen Erklärungen,da sich „Alles in Allem spiegelt" (s. Schopenhauer; ParergaI. S. 230) zuletzt so sehr, daß eigentlich nichts mehr erklärtwird und Niebuhr mit seiner eben angegebenen Warnungrecht behält. (Vergl. Schwartz: der Ursprung der Stamm-und Gründungssage Roms unter dem Reflex indogermanischerMythen. Jena 1878.) — Daß Nomulus, um Ansiedlerherbeizulocken, eine Freistatt für Flüchtlinge und Heimat-lose aller Art eröffnet habe und darauf „Unzufriedene undVerbannte, Abenteurer und Verbrecher" zusammengeströmtseien, ist wahrscheinlich eine Fabel;^ wenigstens stimmt diespätere Verfassung Roms, als eines Geschlechterstaats nichtim geringsten dazu; aber den Ort, wo die Flüchtlinge sicheinzusinden hatten, erwähnt noch Tacitus (klist. 3. 71) alsvorhanden. — Die Erzählung 'vom Raube der Sabine-rinnen ist wohl weiter nichts als eine Erinnerung daran,daß es auch bei den Römern einst Sitte war, daß die Fraugeraubt wurde und zwar nicht aus dem eigenen Stamm,sondern aus einem andern, — eine Sitte, die noch heute beimanchen wilden Völkern besteht. Wenn man diese Erklärungnicht annimmt, hat man eine ganz alberne Geschichte, die vonUnwahrscheinlichkeiten wimmelt.

Auch was uns sonst über den Romulus durch Dionysiosvon Halikarnaß, Livius und Plutarch berichtet wird, ist höchstunglaubwürdig.

„Im Gegenteil findet man, daß das ganze Gewebe der Erzählungen, mit wenigenAusnahmen ein Mosaik von aneinandergereihten, ätiologischen Sagen ist, die eine zu-sammenhängende Darstellung erhalten haben und sich teils aus die politische Geschichteund auf Politische Institutionen, teils aus Monumente und Örtlich-leiten, teils auch auf die Religion und den Ritus beziehen .... Offenbar hat beimZusammenstellen der Erzählung der Grundsatz gewaltet, alles, was in den ältestenEinrichtungen und Zuständen Roms charakteristisch und trefflich erschien, zu sammelnund dem Romulus als Gründer zuzuschreiben." (Sir K^rge Cornwall Lcwis; Unter-suchungen über die Glaubwürdigkeit der alt. römischen Geschichte; deutsch; I. S. 417 .)

So verblaßt Romulus schließlich zu einem Schattenbilde, zumbloßen lloros sxonFmos der Stadt Rom.