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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Römer.

Publicola soll dreimal Konsul und doch bei seinem Todeso arm gewesen, daß er auf öffentliche Kosten begraben werdenmußte. (Livius II. Kap. 16,) Sehr hübsch erfunden, aber >doch ziemlich einfältig, jedenfalls höchst unwahrscheinlich; wahr- ischeinlich ist nur, daß er aus dem Ertrag einer Pfennigkollekte !

beerdigt worden ist, aber nicht, weil er zu arm gestorben,sondern weil das nach alter Sitte eine Ehrenbezeugung seinsollte wegen seiner dem Vaterlande geleisteten Dienste. —

Die Fabel vom Magen und den Gliedern durch welcheMenenius Agrippa die ausgewanderten Plebejer zurRückkehr bewegt haben soll (494 v. Chr.), ist eine alte indische;es ist kaum denkbar, daß sie, die sich gut für Schulbüchereignet, mit ihrer Verherrlichung des Magens gerade auf eineMasse Menschen hätte wirken sollen, die eben durch die Härte >der Patrizier am Magen gekränkt worden waren. — Die Er-zählung, wie der durch nichts zu erweichende Casus MarciusCoriolanus (491 v. Chr.) durch die Tränen seiner Familiegerührt wird, ist sehr hübsch; allein schon die Erklärungseines Beinamens Coriolanus dadurch, daß ihm die Eroberungder Stadt Corioli zu danken ist, ist höchst wahrscheinlich un-historisch. Livius selbst sagt an andrer Stelle (XXX. Kap. 45),Scipio sei der erste gewesen, der einen Beinamen nach seinerEroberung erhalten habe (Niebuhr I. 431 ff.). Coriolan'sAusruf: „O, Mutter, Mutter, Rom hast du gerettet, aberdeinen Sohn verloren", ist sehr theatralisch, allein die ganzeErzählung strotzt von Unwahrscheinlichkeiten. Nach den ältesten,bei den Römern benutzbaren schriftlichen Quellen soll er beiden Volskern bis in ein hohes Alter gelebt haben, nach andernjedoch nach dem Abzüge von Rom getötet worden sein. (Livius2, 40 führt die verschiedenen Lesarten an.) Dieser letzterenErdichtung zu Liebe ist wohl auch jenes pathetische Worterfunden.

Eine andere Fabel, die von der Vernichtung der Fabier,erzählt uns Livius 2, 50 (vergl. Dionysios 9, 19, 20), der