Die Römer.
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Decius Mus, sein Leben den unterirdischen Göttern weihend,mit verhülltem Haupt in das Heer der Latiner gesprengt sei,so den Seinen durch Aufopferung seines Lebens den Sieg ver-schaffend und daß etwa 40 Jahre später sein Sohn, gleichenNamens, dasselbe gethan hätte. Grade dieser Teil der römischenGeschichte ist aber sehr entstellt. Der Vater soll die Helden-that 340 v. Chr., der Sohn 295 bei Sentinum vollbrachthaben; und selbst vom Enkel wird ähnliches, in der Schlachtbei Asculum, erzählt (s. jedoch Niebuhr III. S. 588); zweivon diesen (Cicero; lusoul. I. 37, äs bin. II. 19, ässsnoetuts 13) hat man jedenfalls irrtümlich mit dieser Hand-lung geschmückt, verleitet durch die Identität des Namens, undmit diesem Belag Schopenhauers für seine Lehre ist es nichts.
Um 321 ereignete sich der Unfall in den CaudinischenPässen, wo nach Livius die Samniter unter Cajus Pontiusdie Römer wie in der Mausefalle fingen. Aus anderen Quellen,sowie aus dem Text des Friedensvertrages geht jedoch hervor,daß in Wirklichkeit nach heißem Kampfe eine furchtbare Nieder-lage der Römer stattgefunden haben muß, welche Livius ver-tuschen will. Auch das Ratfragen beim Herennius, demalten Vater des Cajus Pontius ist entweder eine bloße Sage,oder doch die Antwort des Vaters bei Livius, man solle dieGefangenen entweder ganz freilassen ohne alle Demütigungoder alle töten, ganz entstellt; sie mußten, statt bis zumFriedensabschluß gefangen zu bleiben, nur nach Auslieferungihrer Waffen rc. durchs Joch gehen (nicht kriechen), wasdurchaus nichts Furchtbares, sondern damals in dergleichenFällen übliche Sitte war. Nur um ihre geradezu schandbarniedrige Gesinnung, mit welcher sie den Cajus Pontius, alser später besiegt in ihre Hände fiel, hinrichten ließen, wenig-stens einigermaßen in ein günstigeres Licht zu rücken, habendie Römer später dieses durch das Joch gehen als eine un-erhörte Demütigung darzustellen versucht, vor der denn schonder Vater des von ihnen hingeschlachteten gewarnt habenTreppenwitz. 10