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Die Römer.
muß. Was die Römer zur Befriedigung ihrer Eitelkeit sonstnoch über diesen Krieg und seine Folgen zusammengelogen haben, <möge man bei Niebuhr (III. S. 282 ff.) weiter nachlesen.
Die Nachrichten über den Einfall des Königs Pprrhosin Unteritalien und seine Begegnungen mit dem römischenFeldherrn Fabricius enthalten auch manche hübsche Anti-thesen und einen Aufwand von Ehrlichkeit und Edelmut, wieer wohl sonst nur in schlechten Romanen und Schauspielenvorkommt; eine Schulvorschriften-Moral, so recht geeignet, umin Quarta vorgetragen zu werden; Mommsen bemerkt, wohlweil Pprrhos der erste Grieche war, der den Römern imKampfe entgegentrat. Unhistorisch ist gleich zu Anfang dasdoch an zu plumper Zweideutigkeit leidende und von Enniusdem in Delphi dem Kroisos (s. S. 51) erteilten Spruchenachgeahmte Orakel: ^jc> ts Xsaoiäa llomanos vinssrs posss, ^woran schon Cicero zweifelte (äs äivinations II. 56). (CassiusDio in einem Fragment erzählt, das Orakel in Dodona hätte .
den Pyrrhos geantwortet, wenn er nach Italien übersetze !
zu deutsch etwa: dann würde ein „Römersieg"erfolgen.) Der König mag wohl seine Siege über die Römerfür sich einer objektiven Kritik unterworfen haben, „wenner auch nicht so thöricht war, wie die römischen Poetennachher gedichtet haben, in der Ausschrift des von ihmin Tarent aufgestellten Weihgeschenkes diese Selbstkritik demPublikum mitzuteilen." „Mit solchen Soldaten," soll sich derKönig ausgedrückt haben, „wäre die Welt mein und sie ge-hörte den Römern, wenn ich ihr Feldherr wäre." So berichtetZonaras. Sehr hübsch, sehr bühnenmäßig und — sehr fraglich,indem der kluge König schwerlich sein eigenes tapferes Heer sobeleidigt haben wird und man für sich selbst kaum solchePointen macht. Auch seine Antwort an einen Gratulantennach der Schlacht bei Askulum: „Noch einen solchen Siegund ich bin verloren," oder wie Diodor XXII. etwas wenigerzugespitzt berichtet: „wenn ich in noch einer Schlacht die Römer