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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Römer.

Von der Erzählung, daß Hannibal die Alpen mit Essighabe zerfressen lassen, um so einen Pfad für sein Heer zuerhalten, weiß Polybios, — der selbst die Alpen bereist hat(III. 48, Schluß) — durchaus nichts; er tadelt aber dieÜbertreibungen und Fabeln, welche schon zu seiner Zeit be-treffs des Übergangs Hannibals über die Alpen erzählt wurden.Ein Heros soll demselben den Weg gezeigt haben, währendder geniale Karthager sich vorher wohl über alles unterrichtethatte und kundige — menschliche Wegweiser und Führer überallbenutzte (III. 47—56, besonders 55). Wohl waren schonvorher große Heere über die Alpen nach Italien herunter-gestiegen, aber in so schneller und erstaunlicher Weise mitReiterei und Elefanten noch keines, „so daß gerade HannibalsÜbergang bald im Munde des Volkes eine legendenhafte Ge-stalt annahm und eine ins Übernatürliche spielende Umformungerfahren mußte". Darum heißt es bei Livius (21, 37), —allerdings nur von einer Klippe, — der einzigen, über welcheder Weg möglich war: strusva iuZsntsin liZnorum kasiunt,samgus, gunin sl vis vsnti apta t'asisnäo igni ooorta sssst,suoosnäunt aräsutiagus saxa in In so aosio putrskaoiunt.Zu vergleichen Appian (äs bsllo Uunn. 4), der von Wasserund Essig spricht; Juvenal 10, 153 (wo sogar der Essigallein ohne das Feuer als das die Berge sprengende Mittelbezeichnet wird), Ammianus Marcellus 15, 10, 11, der hervor-hebt, das nämliche Verfahren sei bei dem Bergbau in Spaniensowohl den Eingeborenen als auch den Puniern bekanntgewesen, sowie daß die Soldaten Hannibals wohl, ähnlich wiedie römischen, Essig immer bei sich geführt hätten, um dasTrinkwasser damit zu vermischen; deshalb sei die Nachrichtan sich nicht unglaublich. (Paehler; die Löschung des Stahlesbei den Alten; Wiesbaden 1885 S. 29 unten ff.)

Eine bessere Vermutung ist vielleicht folgende: die Felsenwaren mit einem spitzen Werkzeug, d. i. niit Spitzhacken,durchschreitbar gemacht worden — also mit etwas Scharfem;