Die Römer.
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fahren, heißt es weiter, so stürzt sie fort zu ihren Freundinnenund erzählt die Schauergeschichte. Am nächsten Tage ist derSenat nicht wenig überrascht, als ein Schwärm Weiber indas Sitzungslokal dringt und unter Thränen fleht, man möchtedoch lieber gestatten, daß eine Frau zwei Männer, als daßein Mann zwei Frauen nehmen dürfe, bis dann endlich derKnabe hervortritt und den Irrtum erklärt. Hierauf hätteder Senat beschlossen, daß Knaben nicht mehr in die Sitzungmitgebracht werden dürften mit Ausnahme des jungen Papirius.— Polybios, dem die Gabe der göttlichen Grobheit nichtversagt war, bemerkt III. 20 (nicht II. 20), wahrscheilich mitBeziehung auf diese Geschichte: „Die Erzählung, daß Väterihre Söhne von zwölf Jahren an mit sich in den Senat ge-bracht und diese, unterrichtet von den Ratschlüssen nicht einmalihren Anverwandten etwas von dem, was geheim bleiben sollte,verraten hätten — sei so unwahrscheinlich als unwahr; eshätte denn, ,beim Zeus', zu den anderen Gaben das Glückauch noch dies den Römern verliehen, daß sie gleich von Ge-burt an gescheut wären". Schließlich meint er, „es sei Ge-schwätz für Barbierstuben passend".
Auf Marius (156—86) soll in seiner Jugend, als ereinmal unter einem Baume schlief, ein Adlernest mit siebenJungen herabgefallen sein, was man später auf die siebenKonsulate gedeutet hat, welche er inne gehabt. Das Adler-weibchen legt aber garnicht so viel Eier. Plutarch (MariusKap. 36) bezweifelt die Erzählung deshalb schon; sie ist alsowohl auch nur vom Treppenwitz der Geschichte erfunden, derProphezeiung zu Liebe. — Der sprüchwörtlich gewordeneLucullus soll im Jahre 74 v. Chr. die Kirsche ausPontus, speziell aus der Stadt Kerasus nach Italien gebrachthaben (Plinius H. U. 15, 25, Athenaios II. 50, Tertullian,Apologie 11). Dies kann sich aber nur auf eine besondersedle und neue Sorte beziehen; auch heißt die Frucht nichtNach der Stadt, sondern umgekehrt, wie schon Eustathios in