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Die Römer.
möglicherweise ein späteres Anhängsel sind, indem der Gno-stiker Marcion im Jahre 140 den Brief noch ohne jene beidenKapitel in Händen hatte.
Über Neros Ende bemerkt Bruno Bauer (a. a. O. S. 169):
„Der bunte Kranz von Anekdoten, mit denen die letzten Woche», Tage undStunden Neros ausgeschmiickt sind, wie er z. B. (Dio Cassius 63, 26) zur Zeit desgallischen Allarms in einer Nacht Senatoren und Ritter, als wollte er mit ihneniiber das Ereignis des Tages beraten, zu sich berief und ihnen dann mir eröffnete,daß er die Kunst entdeckt habe, der Was! erorgel einen stärkeren u nd hellerenTon zu geben, ist das Werk einer lustigen Dichtung, der es Spaß machte, dasfruchtbare Thema des närrischen Virtuosen gegenüber der Erhebung Galliens und demAnmärsche Galbas zu Variationen zu benutzen. Jene Anekdote des Dio Cassius istsogar nach demselben Schema geformt, nach welchem bei Juvcnal Domitian einemnächtlichen Staatsrat die Frage nach der Scrvierung der großen Stcinbntte vorlegtundCalignla bei Dio Cassius (W, b) den Senatorcn, die er wie zu einer wichtigenBeratung citiert hatte, tanzend aus seinem Kabinet entgegenkommt und einen Solo-tanz zum Besten giebt."
Darüber, wie das Bild des letzten Fürsten aus einer ge-stürzten Dynastie zur Karrikatur wird, vergleiche man das weiterunten über Richard III. von England allgeführte. — Daß aberspeziell Nero den Römern so verhaßt war, daß sie sich gar nichtGenüge leisten konnten in den Schandthaten, die sie ihm an-dichteten, erklärt sich vielleicht aus ihrer Abneigung gegen das-selbe Griechentum, das sie doch schließlich nach allen Richtungenhin anerkennen mußten und dem Nero seine Huldigungenallerdings etwas hinzeigender Weise entgcgentrug; die Vor-würfe, welche die Römer den Griechen machten, oft ohne denBalken im eigenen Auge zu sehen, werden gegen Nero zurunmöglichen Karrikatur zugespitzt. Wie dem aber auch sei,gegen die Schandthaten des ekelhaften Philipp II. von Spanienund seiner Inquisition bleiben Neros Grausamkeiten doch fasteine Spielerei. Dabei sind aber einzelne Züge, die von Neroberichtet werden, so unerhört, daß eine kritische Bearbeitungseines Lebens gerade so wie desjenigen des Dionysios vonSyrakus sehr zu wünschen wäre. Über diesen stainmen diemeisten der bekannten Anekdoten wohl aus Cicero (Tusku-lanen V. 20), der jedoch damit auf Cäsar zu sticheln scheint.