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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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167
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Die Römer.

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schoben, wurden nach Tacitus nicht sowohl der Brandstiftung,als vielmehr des Hasses gegen das Menschengeschlecht über-wiesen (wir würden heute vielleicht sagen des Pessimismus oderder Verneinung des Willens); wörtlich genommen paßt jenerAusdruck mehr aus die Juden mit ihren Speisegesetzen, alsauf die Christen; sie waren geständig; aber weder in ihremGeständnis noch in der Untersuchung wurde des städtischenUnglücks gedacht und als die Verurteilten in Neros Gärtenzu Tode gemartert werden, bedauert sie das Volk, daß sienicht des allgemeinen Besten wegen, sondern um Neros Lustan blutigen Schauspielen zu befriedigen, hingeopfert werdenund nur Tacitus giebt ihnen noch einen Tritt, indem ermeint, sie hätten ihre Strafe wegen ihres Aberglaubens ver-dient. „Das ist keine Geschichte und daraus läßtsich keine machen". (Bruno Bauer, Christus und die Cä-saren; Berlin 1877, S. 154.) — Von Cassius Dio ist derüber Neros Regierung handelnde Abschnitt, (für den manPlinius Naturgeschichte und Sueton — nicht Tacitus — alsQuellen ansieht), nur in dem Auszuge des Xiphilinus (lebteim 11. Jahrhundert) erhalten. Von dem Brande Roms istBuch 62 Kap. 16—18 die Rede. Nero läßt aus Übermut dieStadt anzünden, um einen zweiten Brand Trojas zu sehen,das Volk flucht ihm; er sucht es zu besänftigen und erhebtKontributionen mit Berufung auf den Brandschaden — abervon den Christen ist mit keiner Silbe die Rede. Ob dies beiDio selbst auch der Fall war, bleibt allerdings unentschieden.Sueton berichtet auch (Nero Kap. 16) die Hinrichtung der Christendurch Nero, wenn auch nicht mit der Beschuldigung der Brand-stiftung in Verbindung gebracht. Es ist überhaupt zweifelhaft,ob damals schon eine größere Christengemeinde in Rom existierte,denn die Apostelgeschichte (s. w. u.) ist als Autorität dafürnicht genügend und wenn Paulus am Schluß seines Römer-brieses (Kap. 16) eine Menge Personen grüßen läßt, so istdaran zu erinnern, daß die beiden letzten Kapitel 15 und 16