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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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189
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Die Deutschen.

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Die Nachricht findet sich übrigens ganz zuerst bei demMönch Benedict von Soracte bei Rom, dessen Kloster Karl mitReliquien ausgeschmückt haben soll. Einigermaßen entschuldigtwird sie durch den Umstand, „daß Syrien als Sarazenenland ohneweiteres mit Hispania identifiziert wurde", wodurch die unterseiner Regierung stattgehabten Kämpfe in Spanien irrtümlichnach Asien verlegt wurden, ferner durch die mystischen Pro-zessionen und Züge des Kaisers, welche zum Behufe seinerKrönung in Rom erfolgten und unter anderem auch die Stativack Uisinsalova berührten.

Eine andere Fabel ist es, daß Karl der Große eineStraße oder doch wenigstens etwas dem ähnliches habe überden Gotthard herstellen lassen. Diese Straße datiert erstaus dem 12., vielleicht erst aus dem 13. Jahrhundert.

Vom König Heinrich dem Finkler (919 — 936)erzählt man eine an Cincinnatus erinnernde Anekdote, daßer nämlich ohne sein Vorwissen zum König erwählt, daraufvon Eberhard, dem Bruder des verstorbenen Königs Konrad,und den Gesandten des Reichstages, welche ihm seine Er-wählung mitteilen sollten, beim Vogelstellen angetroffen wordensei; Grimm, Deutsche Sagen II, 2. Auflage, S. 139. Manzeigt noch in Quedlinburg (allerdings auch südlich von Herz-berg unweit Pöhlde, sowie bei Blankenburg im Harz) dieStelle, wo dies geschehen sein soll und nennt sie den Finken-herd. Auch diese Erzählung ist wohl erst später zu demBeinamen erfunden; ein Gedicht von 9. R. Vogel verherrlichtsie. Nach Jos. Menzel „Geschichte der Deutschen" hat sie zuerstGottfried von Viterbo, der nach Scheffer-Boichhorsts Ausdruck„die ganze Weltgeschichte auf dem poetischen Hackbrett verar-beitete"; (er lebte im 12. Jahrhundert; seine Geschichte geht bis1186, wurde aber erst 1569 herausgegeben). Auch des KönigsBeiname: „der Städtegründer", beruht auf einem Mißverständnis.

Von Kaiser Otto I., dem Großen, wird berichtet, daßer 947 ganz Dänemark bis auf die Inseln erobert und in