Die Deutschen.
191
des Großen letzte Tage und Ende". Von den ZeitgenossenKarls berichtet Einhart, daß er zur Kirche getragen und be-erdigt wurde (durnatuin ost); ähnlich berichten Ludwigs desFrommen Biographen, der „Astronom" und Thegan, der nurzwanzig Jahre nach Karls Tode schrieb. Sie erwähnen alle,Karl wäre noch an seinem Todestage beigesetzt worden; eineEinbalsamierung zur längeren Erhaltung des Körpers kannalso unmöglich stattgefunden haben. Auch die Dichter dernächsten Zeit wissen, nach Lindner, nichts von irgend etwasUngewöhnlichem bei dem Begräbnis. Auch nicht der schonS. 185 erwähnte Abt von St. Gallen, der Tod und Be-gräbnis gar nicht berührt. Andreas vom Berge Soracteder des Kaisers Kreuzzug erwähnt, weiß nichts von Eigen-tümlichkeiten bei der Bestattung. Infolge der VerwüstungAachens durch die Normannen vergaß man später sogar denOrt derselben. Als dann Otto III. seine römische Kaiserschaftmit allen Mitteln wieder in Glanz bringen wollte, wurdeauch das Münster in Aachen aufs herrlichste durch ihn ge-schmückt. Lindner citiert aus den Hildesheimer Jahrbüchern,„welche zu den best-unterrichteten Quellen jener Zeit gehören".
„Aus Neugierde ließ er gegen die heiligen Kirchengebote die Gebeine des großenKarl ausgraben und fand in deni Grabe mannigfache Wunderdinge (Lltiiüoasvniivtntos). Aber wie später offenbar wurde, fiel er dadurch der Strafe des ewigenRichters anheim. Der genannte Kaiser erschien ihm, nachdem er so große Frevelthatbegangen und prophezeite ihm, daß er sterben würde."
Bischof Thietmar von Merseburg, der im engsten Ver-hältnisse zur kaiserlichen Familie stand, schrieb im Jahre 1012:
mvnto, Iilri SS. vssv puts-vit, koäsrs 4 UOUS 4 UO ka .60 in sollv Luvsirts. siurt rsxio,zussit sto." Vergl. Llonurasuta. OsrnlS,iiis.6 lüstorivL, IV 26, Fvrixtoros m S. 781.
Kalium heißt nun sowohl „Tron" als auch steinerner Sarg.Die Hildesheimer Annalen (Nouumsuta oto.; Korixtoros III.S. 92) lassen Otto nach den Überresten des Kaisers graben(o88g, sllocksrs jusÄt); ebenso Thietmar von Merseburg (s. o.).
„Thietmar und der Hildesheimer Annalist sind die einzigen deutschen Zeitgenossenwelche des Vorganges gedenken; er scheint wenig Aufsehen erregt zu haben und beideerzählen ihn hauptsächlich deshalb, weil sie Anstoß nehmen an der Verletzung derGrabesruhe. Offenbar wußten weder sie noch irgend jemand in Deutschland, daß im