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Die Deutschen.
nichts von einer Einsetzung durch Gregor oder Otto, im Gegenteil sie sagen klar, daßsie nicht zu ihrer Zeit, sondern später (vostoa) stattfand. Man muß offenbar derStelle Gewalt anthun, uni die Fabel in ihr zu entdecken und entweder wie AugnstinusTriumphus poston ganz weglassen oder, wie Palincrius und der Compilator Hammers-lebiensis, es nachstellen: so daß es heißen würde: „ „Obwohl jene drei Ottonen nachErbfolge des Geschlechtes herrschten, so wurde doch bestimmt, daß nachher, d. h. siirdie Zukunft, der Kaiser durch die Würdenträger des Reiches gewählt werden solle"".Das wäre aber eine durch nichts gerechtfertigte Verdrehung des Textes. — Aberwas sollen die Kurfürsten bei Otto III.? Ungeschickt angebracht sind sie hier gewiß,aber es läßt sich nicht gar so schwer erraten, wie sie gerade hierher kamen. Man mußnur beachten, wie Marti» schrieb. Um ein begucmes Handbuch zur Erwerbung dernützlichen Kenntnisse von Kaisern und Päpsten zu geben, richtete er sein Werk so ein,daß aus je zwei Seiten immer die Päpste und Kaiser sich gegenüberstanden. JedeSeite hatte öO Zeilen, jede Zeile war für ein Jahr bestimmt und jeder Papst oderKaiser hatte so viel Zeilen zugewiesen, als er Jahre regierte. Nun schrieb aber MartindaS Werk nicht ohne Unterbrechung, sondern, wie eine Originalhandschrist zu Pragzeigt, je nachdem er seine Kenntnisse bereichert hatte, schrieb er da und dort, wo eseben Paßte, neues hinzu. Ging der Raum der bestimmten Zeile aus, so wurdedrunter oder drüber zu einer andern Persönlichkeit, die noch Platz ließ oder an denRand geschrieben. Eine solche spätere Einschiebnng ist auch unsere Stelle.In der Präger Handschrift war sie noch nicht, wohl aber schon im Jahre I2K8 aus-genommen. Folgendes könnte erklären, warum sie gerade zum Jahre 10Ü2 geschriebenwurde. Das Wahlrecht der sieben Fürsten hatte sich im Jahrhundert deß Martinentwickelt; im Interesse mancher Seite lag es jedoch, die Institutionfür alt zu erklären. Martin, der von den siebe» Wählern erfuhr,glaubte auch an ihr Alter. Bei welchem Kaiser sollte er sie aber in seiner Chronikeinreihen? Wann sie ih ren Ursprung genommen, daß wnß te er so wenigwie andere seincrZcit, aber wann sie noch nicht b estanden, daswußteer oder glaubte er zu wissen. Denn unter den Ottonen galt nichtWahl» sondern Erbrecht. Also wurde das Kollegium der Sieben nach ihneneingesetzt: lävol isti Ottona» nur snooosoionoin nauorm roANL-vorint, tninvn Pools»institutuin v»t . . . . — Martinus Polonns steht also der Fabel völlig fremd.Wenn sie trotzdem ganze Jahrhunderte in ihm zu lese» glaubten, so geschah es nur,weil, wie wir sehe» werden, einige sie in ihn, lesen wollten."
Ferner heißt es S. 62:
„Ptolomäus (von Lncca) ist es, der die Fabel in der Fortsetzung des BuchesI>o is^iininv und zwar kurz vor oder nach IM» erzählt. Tritt sie aber hier als fertigauf, so zeigt sie sich in einem anderen Buche desselben Autors, das etwas früher ge-schrieben sein mag, erst im Werde» begriffen. In dieser ältesten Stelle, welche dieFabel bringt, zeigt sich Ptolomäus deutlich als ihren Erfinder."
Folgt NUN die Stelle aus dessen Historik ooolosiastioa I,XVIII. Kap. 2 und weiter S. 63.
„Die ausdrückliche Erwähnung Martins, die aus diesem entnommene Wendung<jULmvis ist! trov Ottonv» sto. zeigen deutlich, das; Ptolomäus die Fabel auf ihnbasiert. Hat er ihn misrverslandeu oder absichtlich falsch aufgefaßt? Aewiß hat dasletztere wenigstens den Anschein. Der Zusatz ut ui»pu.rot vx 1'aoto scheint so recht