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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutschen.

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es auch nicht ganz so ausgesehen, als gewöhnlich berichtetwird; wir wollen es nicht so schroff hinstellen, wie es in demgut katholischen Buche „Geschichtslügen", 1884, S. 103 ge-schieht, daß es dem Papst in seinem Kampfe nur um die„Reinheit der Braut Christi" zu thun gewesen sei und erdarin am liebsten den Kaiser zum Bundesgenossen gehabthätte; (dies ist etwas konfuse); aber zugeben muß man, daßvon den Zeitgenossen die Demütigung des Kaisers nicht alseine so große und jedenfalls nicht als eine unverdiente undals eine nationale angesehen worden ist. Im weiteren meldetdas katholische Buch „Geschichtslügen" S. 110 ff.:

„Auch der ganze Hergang der von Heinrich verrichteten kurzen dreitägigen Bußehat einen durchaus anderen Charakter, als jene ungeheuerlichen Schilderungen unsererLesebücher und Tendenz-Geschichtschreibung, insbesondere Rotteckihm andichtet. Dennzunächst trug Heinrich nicht wie man den Kindern weiß macht, ein dünnes Hemd inkalter Wintcrzeit allein anf dem Leibe, wobei es Kindern freilich gruseln mag,sondern ein wollenes langes Bußgcwand, was einfach über alle Kleider, die mantragen wollte, geworfen und mit einem Gürtel gebunden wurde. Auch barfuß (richtigerin Sandalen) zu gehen im Büßgänge, war damals allgemeine Sitte. Auch andereKaiser nnd Päpste haben sich dessen in Bußprozessionen nicht geschämt. Ein drei-tägiges Fasten von. Morgen bis znm Abend ist für einen Büßer-König durchaus auchkeine Grausamkeit, wenn die Kirche von ihren einfachen Gläubigen, die keine öffentlichenBüßer sind, ein vierzigtägiges Fasten in gleicher Weise wenigstens damals verlangte,so daß erst am Abend gegessen werden durste. Auch das Stehen vor dem Burgthoreim Schnee verliert bei näherer Betrachtung alles Gruselige. Die Burg von Canossahat nämlich gleich allen anderen Burgen des Mittelalters ihre drei Höfe. In den,ersten und äußersten wohnte» die Verteidiger der Burg, die streitbare Mannschaft;in, zweiten die Dienftleutc der Herrschaft nnd waren in ihm die Stallnngen undRemisen; im dritten endlich wohnte die Herrschaft selbst in Türmen und Wohnhäusern.Heinrich wurde aber, wie die Zeitgenossen erzählen, in den zweiten Hof eingelassen,dorthin, wo die Dicnstlcnte wohnten und konnte sich in ihren Wohnungen aushalten.Was ihm nicht gestattet war, war der Eintritt in den dritten Hof, zur Herrschaftleibst, und was diese verlangte, war nur ein Draußenbleiben, bis sie ihm öffnen ließ.Es ist also nichts mit der kindischen Vorstellung, als habe Heinrich>uit bloßen Füßen in dünnem Hemde auf bloßem Leibe drei Tage langohne Speise und Trank im Schnee stehen müssen. Daß es kalt war undtiefer Schnee lag, ist richtig. Wollte Heinrich durchaus vor der Thür stehen, so wardas seine Sache; verlangt war es nicht; es waren ihm Aufenthaltsorte genug ge-boten. Daß er öfter dort gestanden und auch tüchtig gefroren haben mag, kann seineRichtigkeit haben, da nach der Schilderung gewisser Schriftsteller von damals GregorUnd Mathilde ihn dort stehend gesehn haben wollen. Verpflichtet war er dazu nicht,aber Mitleid sollte erregt werden; rc. tc."

Weiter wollen wir die Krikik der landläufigen Vorstellungnicht verfolgen, sondern nur zugeben, daß die Farben des