Buch 
Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
223
JPEG-Download
 

Die Deutschen.

223

wo Teil, das Boot mit dem Landvogt wieder in den Sturmzurückstoßend, ans User gesprungen sein soll (1307), ebensoin Bürgten in Uri eine Kapelle, die da stehen soll, wo einstsein Wohnhaus gestanden. (Bergt. Uriel FreudenbergerFiMe ckanm'so,- 1760. Dieses Buchwurde auf Anordnung der Behörden des Kantons Uri durchHenkershand verbrannt. — Häußer: Die Sage vom Dell,aufs Neue kritisch untersucht. Heidelberg 1840. — Roch holz:Tell und Geßler in Sage und Geschichte. Nach urkundlichenQuellen. Heilbronn 1877; welche Schrift auf 494 Seitendie Entstehung und Wanderung der Sage gründlich beleuchtet.)Schiller hat seinen Stoff aus Aegidius Tschudis ChroniconHelveticum (Tschudi 1565—1572. Das Werk erschien erst1734—36 in Basel in zwei Bänden), „und wenn er eindramatischer Anfänger gewesen wäre", bemerkt seinBiograph Palleske, „er hätte erkennen müssen, daßhier ein dramatischer Stoff, fast künstlerischgruppiert, ihm entgegen kam." Wir würden daraus,nach unserer Bekanntschaft mit dem Treppenwitz der Welt-geschichte schließen, daß schon Tschudi oder dessen Quelle denStoff bedeutend zugestutzt und mehr die Wirkung als dieWahrheit des Berichts im Auge gehabt haben müsse. — Dererste, welcher an der Nationalmythe zu zweifeln wagte, warder Freiburgische Schriftsteller Franz Guillimann in seinemWerke: äs rsdns Hslvstiois sivs ^ntignitatuin lidri V.Freiburg 1598; schon 1625 wies dann Johann Jacob Grosserin Basel auf die der Tellsage ganz verwandte Erzählungdes Saxo Grammaticus (ft 1203) vom Schützen Tokohin in seinem „Schweizerischen Heldenbuch", Basel 1626.Der gleichfalls mythische Toko soll den Schuß auf Verlangendes Dänenkönigs Harald Blauzahn (935—986) gethan haben.Das Werk von Saxo üistoria vanioa geht bis 1186 undist zuerst 1514 in Paris gedruckt worden, muß aber schonlange vorher in den Klosterbibliotheken handschriftlich kursiert