Die Deutschen.
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von der Tellenplatte und hohlen Gasse durchaus in das Gebiet derDichtung gehört. Man hat sich darüber gestritten, ob diese Dichtung vom Volkeoder von Schriftstellern ausgegangen. Die Auswahl der Materialien, wie der In-halt der Dichtung sie zeigt, zwingt uns, der Annahme ihres Ursprungs aus gelehrterFeder den Vorzug zu geben. Die ganze Anordnung der Dichtung ist zu systematisch,zu gewählt, zu absichtlich, um Volksdichtung zu sein. Auch der Zweck, welcher keinanderer sein konnte, als den später durch ihre ruhmvollen Siege von MorgartenScmpach, Granson und Murten wie nicht minder durch die heidenmäßige Niederlagebei St. Jakob an der Birs berühmt gewordenen Schweizern auch einen poetischenUrsprung anzudichten, ging über den Horizont des Volkes. Dasselbe ist der Fallmit der Wahl der Namen für die beteiligten Personen, welche sämtlich einen historischenoder philologischen Ursprung haben." (Henne am Rhyn, in der Gartenlaube vom17. Mai 1S7S.)
Tell ist nach Max Müller (Essays, II. 208) der letzteReflex des Sonnengottes (des Fernhintreffers); wie Odysseusist er ein besserer Schütze als alle andern und tötet seineFeinde. Überhaupt sind die das Kind opfernden oder aufdasselbe schießenden Vater wohl alle unhistorischen, mythischenUrsprungs und Naturerscheinungen personifizierend. Wirkönnen uns hier nicht enthalten die Worte herzusetzen, welcheRochholz in seiner Schrift „Tell und Geßler in Sage undGeschichte", S. 18, gelegentlich des Historischwerdens der Tell-sage schreibt:
„Jc Heller die Geschichte wird, um so dämmriger wird die Sage; je mehr jenezum Wissen wird, um so weniger Gläubige zählt diese. Ja die Sage flüchtet sichzuletzt sogar in das Lager ihrer Gegnerin, gleichsam wie auf Gnade und Ungnade,Und sonderbarer Weise geschieht es alsdann, daß ihr von der Geschichte das Leben erstgeschenkt wird. Alsdann wird so lange an ihrer Ausgleichung mit der Geschichte ge-arbeitet, daß die Sage darüber entweder sterben oder den Schein der Historie an-nehmen muß, und nun erst gewinnt sie an historischer Glaubwürdigkeit unverdient sodiel, als sie an religiösem Gehalt hat einbüßen müssen."
Über den Tod des Tell, — er ertrinkt als er einen Knabenretten will — also ein Gegenstück zu seiner ersten Leistung,— giebt es ein Gedicht von Uhland.
Die Angabe, daß die Schwyzer aus Schwedenstammten findet sich zuerst, etwa 1414, in einer Chronikdes Johann Püntiner von Uri, in der Tendenzschrift„Vom Herkommen der Schwyzer" des Schwyzer LandschreibersJohann Fründ (fi 1468), welche 1441 erschien; diese willbeweisen, daß nur die Bevölkerung der Waldstädte eine ur-schweizerische sei; 6000 Schweden und 1200 Friesen sollenTreppenwitz.