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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutschen.

sein, der das Unglück hat, sich an mich zu wenden." (Vergl. Schiller undLotte, I. S. 167 der Ausgabe von Ficlitz, ältere Ausgabe.)

Gindely bemerkt in seiner Geschichte des dreißigjährigenKrieges, Teil 3 S. 199:

„Nicht Tilly und seine Truppen haben Magdeburg angezündet, sondern dieMagdeburger selbst. Welchen Anteil Falkenbcrg (der Vertreter Gustav Adolfs) andieser tragischen Katastrophe hatte, ob er den Befehl gab, das Rathaus in Brand zustecken, ist durch authentische Zeugnisse nicht zn erweisen, allein zahlreiche Angabenmachen es wahrscheinlich, daß er diese Katastrophe vorbereitet habe, und dem Feindenur einen Trümmerhaufen überlassen wollte."

Gustav Adolf freilich war Politiker genug, sich so zustellen, als glaube er, Tilly hätte die Brandstiftung angeordnet,ohne das; er dies jedoch jemals ausdrücklich zu behaupten wagte;(zu vergleichen Willich, „Magdeburg, Gustav Adolf und Tilly;Berlin 1874").

Daß Wallenstein (ermordet 25. Febr. 1634) jemals amKaiser habe Verrat üben wollen, hat zuerst etwa 1850 derHistoriker Gfrörer bestritten; auch Leopold von Rankesprach sich in seinem 1869 erschienenen Werke über Wallen-stein betreffs dieser Frage mit großer Zurückhaltung aus. —1879 veröffentlichte dann Hallwich ein Buch: WallensteinsEnde, ungedruckte Briefe und Akten; 2 Bände; Leipzig, welches1350 Briefe aus der Zeit vom 1. Januar 1633 — 25. Februar1634 enthält; nach ihm wäre an einen Verrat nicht zu denken.Wallensteins Plan wäre vielmehr gewesen, daß der Kaisermit den protestantischen Kurfürsten Frieden machen und sichdann mit diesen zusammen zunächst gegen Schweden, dannaber gegen Frankreich wende. „Das aber hätte die WienerKamarilla, besonders der Beichtvater Larmormain nicht ge-wollt und deshalb fiel Wallenstein, nicht weil er Verrat ge-plant." Gindely in seiner Geschichte des dreißigjährigenKrieges, Leipzig 1882, hält Wallenstein für einen Verräter.Nach seiner Darstellung wird aber der „Verrat" dem geistigversimpelten, ganz von seinem Beichtvater abhängigen Kaisergegenüber in ein milderes Licht gerückt. „Jedenfalls faßte erdie Kriegspolitik meist großartiger auf als der Kaiser und