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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutschen.

es als er die Nachricht vom Abschlüsse des westfälischenFriedens (1648) empfangen, gedichtet, komponiert und vonder Kanzel gesungen — alles sozusagen in einem Athem;es ist jedoch aus seinen Manuskripten nachweisbar, daß dasLied älteren Datums und schon fünf Jahre vor 1648 ent-standen, „als man infolge der eingeleiteten Friedensverhand-lungen mit Schweden und Frankreich anfing, an den Friedenzu glauben". (Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitungvom 21. April 1886.) Über das zweite meldet AlbertRichter in der Beilage zur „Leipziger Zeitung" vom 23. Juli1882 wie folgt:

„Durch Friedrich Kinds Dichtung: „Georg Ncumark und die Gambe"hat eine Sage große Verbreitung erlangt, welche zuerst wohl von Amarantes (I. Her-degen), denk Geschichtschreiber der „Peguitzschäfer", schriftlich aufgezeichnet ist. Er be-richtet in seiner „Historischen Nachricht von des löblichen Hirten- und Blumcn-Ordensan der Pegnitz Ansang und Fortgang. Nürnberg, 1744" (S. 364), angeblich aufGrund einer ihm gewordenen mündlichen Mitteilung eines „noch lebenden berühmtenGotteSgclehrtcn": „In Hamburg lebte im Jahre 1653 Neumark dienstlos in großerArmut, sogar, daß er seine Viola di Gamba, welche er vortrefflich spielen konnte,versetzen mußte. Endlich ward er rekommandirt an den schwedischen Residenten,Hrn. v. Rosenkranz; der gab ihm zur Probe etwas an die Neichsräte in Schwedenaufzusetzen, und da es wohl geriet!), nahm er ihn zum Secrctario mit 100 Thalernschwer Geld zur Gage. Als Neumark seine Viola di Gamba wieder eingelöset, machteer das Lied (Wer nur den lieben Gott laßt walten n. s. w ), und da er es kompo-nieret spielte er es das erste Mal mit Vergießnug vieler Thränen." — In populärenLitteraturgeschichten, in Volksbüchern n. dgl. findet sich diese Sage oft als wirklichesEreignis dargestellt, in der Kindschen Dichtung, sowie in einer wesentlich ausge-schmückten Prosadarstellung hat sie auch Aufnahme in Schullesebüchern gefunden.Eine poetische Bearbeitung der Sage, weitschweifiger als die von Kind, bot auchI. D. Vörckel in seinem „Ehrengedächtnis evangelischer Glaubenshclden und Sänger"(Leipzig 1830) und eine Jugcndschrift von Gnst. Nieritz, die denselben Stoff be-handelt, hat vier Auflagen erlebt".

Ihre Unrichtigkeit geht aus Neumarks (1621 —1681)eigenem Bericht hervor, wonach er das Lied auf einer Reisevon Gotha nach Königsberg in Pr., während welcher er diegrößten Drangsale erlitt und ganz ausgeraubt wurde, 1640in Kiel gedichtet hat. Dieser Bericht findet sich in einerlängeren Anmerkung zu einer nicht lange vor seinem Todegedichten Danksagung an drei Fürsten aus dem Hause Weimar,betitelt „Thränendes Haus-Kreutz rc.", welches beim Hof-