Die Deutschen.
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sondern die Sage davon ist selbst auf die Bühne gebrachtworden durch ein Drama von Wilhelm Häring (WillibaldAlexis) und eine von Heinrich Hofmann zu einem Text vonRoderich Fels komponierte Oper, zum ersten Male aufgeführtim Krollschen Theater zu Berlin 2. Juli 1886. Außer denNamen ist in der Oper eigentlich alles unhiftorisch. SeidlsDichtung schließt mit der Strophe:
„Doch Simon Dach verbleibet ihr treu bis in den Tod!
In Liedern nur ergießt er des Herzens herbe Not;
Und daß noch jetzt des Ännchcns von Tharan wird gedacht
Hat nicht das Gold des Reichen, hat Simons Lied gemacht."
Es ist dem Dichter aber gar nicht eingefallen „ihr treubis in den Tod" zu bleiben, sondern nachdem er das Liednachweislich 1637 gedichtet, hat er sich 29. Juli 1641 mitRegina Pohl, der Tochter des Hofgerichtsadvokaten ChristophPohl verheiratet und mit ihr nach allen Berichten seiner Zeit-genossen in äußerst glücklicher Ehe gelebt. Auch ist das Liednichts weiter als ein Gelegenheitsgedicht, das Dach zu der1637 stattgefundenen Vermählung des Pfarrers Johann Por-tativs zu Trempen mit der Tharauer Pfarrerstochter AnnaNeander angefertigt hat. „Wäre Dach der verschmähte Lieb-haber der Braut gewesen, wie hätte sein Hochzeitslied, das erdem Bräutigam in den Mund legt, einen so gemütvollen Jubel-ton anschlagen können?" Ännchen hat übrigens keine glänzendeLaufbahn gehabt, ist dreimal Witwe geworden und zuletzt, dasie gänzlich unvermögend gewesen, von ihrem Sohne ersterEhe und nach dessen Tode von dessen Witwe unterhaltenworden und 1689 in Jnsterburg, 74 Jahre alt, selig verstorben.
Die drei Kirchenlieder sind „Nun danket alle Gott",»Wer nur den lieben Gott läßt walten", und „Be-fiehl Du Deine Wege". Der Dichter des ersten istMartin Rinckart (geb. 23. April 1586, ch 8. Dec. 1649);er hat den Gedankengang aus Jesus Sirach 50, 24—26entnommen; komponiert ist es von dem Berliner JohannKrüger. Die verschönernde Sage erzählt aber, Rinckart habe