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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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287
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Die Deutschen.

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,,„Zustände der kcithol. Kirche in Schlesien von 1740—58"" erschien, fand man ineiner Stelle eines Briefes des Fürstbischofs von Dreslan, Cardinal Sinzendorf, vorn15. August 1746 an den Papst BenedikL XIV. eine neue Bestätigung, die aus demMunde eines Zeitgenossen ein besonderes Gewicht hatte. Aber freilich konnte nureine sehr flüchtige Betrachtung dieser Stelle zu einer solchen Beurteilung kommenlassen. Der Bischof schreibt, die Ernennung des Tobias Stusche zum Abt von Leubussei allein vom Könige ausgegangen, und zwar aus reiner Dankbarkeit für den Er-nannten, weil dieser ihm im ersten (sie) schles. Kriege gegen Österreich, kurz vor derSchlacht bei Striegau, während 40 Tagen die liebevollste Gastfreundschaft erwiesenund ihn im Kloster Kamenz so geheim gehalten, daß ihn die österreichischen Generäletrotz alles Nachforschens nicht lätten auffinden können.""

Der lange Aufenthalt des Königs ist historisch, hat abernicht 40, sondern nur ca. 30 Tage gedauert. Von einemÜberfall und einer Verkleidung gar ist, wie man sieht, keineRede. — Die Aufzeichnung von Frömrich beginnt mit denWorten: „es war Krieg . . ." ; ist also keine gleichzeitige,paßt auch mehr auf den ersten schlesischen Krieg, in welchemein ähnliches, auch etwas mythisches Abenteuer des Königssich ereignet haben soll. Der Name des Abtes wird in demBericht gar nicht genannt und daß der im Chorkleide ver-steckte Fremde der König gewesen, wird nur als eine Nach-richt hingestellt, welche die Mönche nachträglich empfangenhätten.

Über den sozialistischen Zug, der in allen diesen erfun-denen Anekdoten zum Ausdruck kommt bemerkt Grünhagensehr treffend:

„Es ist eine häufig uns begegnende Eigenschaft des Volksgeiftes, welche in demGefühl der Genugthuung wurzelt, mit welchen, der Niedriggeborene den Hochgestellten,tu dem er nicht ohne einen gewissen Neid hinaufblickt, denselben Gesetzen menschlicherHinfälligkeit unterworfen sieht, wie jeden andern Sterblichen; diesem Gefühle ver-wandt ist das Interesse, welches das Volk an Geschichten nimmt, welches das Loseines großen Helden in gewissen Augenblicken in die Hand irgend eines unbedeutendenMannes legen; das Volk freut sich der Ironie der Weltgeschichte, welche in solchenstallen die Entscheidung über die Geschicke der Welt nicht an die Spitzen der mensch-lichen Gesellschaft knüpft, sondern sie in dunklen unbekannten Tiefen von namenloserHund treffen läßt."

Aus Fr. v. Blankenburgs „Charakter und Lebensgeschichtedes Herrn von Seydlitz", (Leipzig bei Göschen 1797;) stammteine Erzählung über Seydlitz; sein Husaren-Nittmeister-^atent datiert vom 23. Juli 1743; er ist auch vom Kürassier-Kornet direkt zum Husaren-Rittmeister ernannt worden; daß er